first light

Mein erstes mal durch ein Teleskop
Jahr 2008, Dienstag 25.11.2008 und Mittwoch 26.11.2008

Beobachtungsort: Bad Aibling, daheim im Garten
Zeitraum: 25.11.2008 ab ca. 21 Uhr
Bedingungen: klares Wetter
[vermutlich fst ca. 5mag -5,5 mag im Zenit]
Teleskop: 8 Zoll GSO Dobson.
Okulare:  32mm TSWA, 25mm TSSP, 9mm HR-Planetray
Objekte:  Plejaden (M45) , Orionnebel (M42)


First light mit den 12er von Hofheim-Instrument (HI)
Jahr 2009, 24.04.2009

Beobachtungsort: Sudelfeld bei Bayrischzell, Oberbayern
Zeitraum: 22:45 bis ca. 2 Uhr
Bedingungen: klares Wetter, transparenter Himmel, miserables Seeing
SQM-L Werte: 21,5 (22:45), 21,6 (0:40)
Teleskop: 12er Reisedobson von HI.
Okulare:  20 mm Nagler und 13 mm Nagler, kleinere Brennweiten waren nicht sinnvoll, da das Seeing miserabel war.
Objekte:  Leo-Triplett, NGC 3628, 4038/4039, 3344, 4088, 4220, 4021, 4449, 4085, M109, M106, M13, M44, M107, M80, Saturn


First light mit 16 Zoll unter hochalpinen Himmel
Jahr 2010, 07. und 08.07.2010

Ort: Bielerhöhe bei 2034 ü.NN
Datum: Mittwoch 07. Juli und Donnerstag 08. Juli
Wetter: klar, trocken, fst 7+,  milde +12° Cels.
Ausrüstung: 16 Zoll f 4,5 Dobson
Okulare: 20mm, 13mm, 9mm, 7mm und 5mm und gelegentlich mal 3,5mm
Filter: UHC und OIII
Kommentare: illustre Runde mit Reiner M., Ronald S., Uwe G., Klaus V., Thomas J., Michael und Matthias K….und zwei „tollwütige“ Füchse.

Mein first Light auf dem Großglockner
Jahr 2010, 02.10.2010

Ort: Großglockner bei ca. 2400 m.ü.d.M (Hochtor)
Datum: Samstag 02. Oktoberr 2010
Wetter: erst wolkig mit Regen, dann klar, ziemlich feucht,  SQM-L 21,4, Temp +/- 0°
Ausrüstung: 16 Zoll f 4,5 Dobson
Okulare: 32mm, 20mm, 13mm, 9mm, 7mm und 5mm und gelegentlich mal 3,5mm
Filter: bei Jones1 [OIII], bei NGC1499 H-beta
Kommentare: dabei Uwe Glahn mit 27“ und Friedl mit 16“



Mein erstes mal durch ein Teleskop
Jahr 2008, Dienstag 25.11.2008 und Mittwoch 26.11.2008
Am Dienstag Abend hatte ich noch das Glück, dass der Himmel aufklarte und der Dobson sein „First Light“ erleben durfte. Ich habe einfach mal planlos den Himmel beobachtet, den Winkelsucher justiert, die Okulare getestet und immer wieder die Plejaden ins Visier genommen, um die Handhabung des Geräts etwas zu üben. Die Okularwahl empfand ich dabei als gut abgestimmt [32mm, 25mm, 9mm, 6mm]. Gegen 22 Uhr hatte ich dann ein beeindruckendes Erlebnis. Um den Winkelsucher etwas genauer zu justieren, hatte ich den Stern „Orion“ [gemeint ist hier einer der hellen Sterne im Sternbild Orion, vermutlich Beteigeuse] ins Visier genommen. Bei der Justage muss ich den Dobson etwas verschoben haben und hatte dann im Okular nicht mehr den Stern Orion [siehe vorherige Anmerkung zum Stern Orion] sondern etwas anderes…vier kleine Sterne im Zentrum und einen ausgedehnten grauen, hellen Schleier ringsherum… Ihr wisst jetzt wahrscheinlich selbst schon was ich im Visier hatte [=M42 Orionnebel]. Was für einen Anblick! Ich war einfach nur sprachlos! Am Mittwoch hatte ich dann schon relativ schnell mit zuhilfe der Planisphere die Andromeda-Galaxie/M31 im Visier. Leider nur schwach zu sehen, wahrscheinlich keine gute Bedingungen [fst wahrscheinlich mag 5 bis 5,5]. Ansonsten hatte ich noch ein Sternhaufen (offen oder Kugel?) irgendwo in der Nähe des Sternbildes Stier [wahrscheinlich einer der offenen Sternhaufen im Fuhrmann -M36, M37 oder M38],  leider eher ein Zufallstreffer. Aber ich bin fleißig am üben um mich im Sternenhimmel zurechtzufinden. Heute Abend werde ich noch versuchen gezielt im Sternbild Stier den Doppelstern Tau zu finden und im Sternbild Fuhrmann gezielt einige Nebel und OH auffinden (M36, M37, M38).  Natürlich werde ich immer wieder den großen Orionnebel anpeilen. Mittleweile nach nur zwei Beobachtungnächte für mich schon ein Klassiker :-) Übrigens, dass der Winkelsucher kein seitenverkehrtes Bild abgibt finde ich klasse. Damit finde ich mich im Himmel sehr schnell zurecht. Den Leuchtpunktsucher habe ich bislang gar nicht ausgepackt. Wie Ihr lesen könnt macht es mir richtig Spaß und der GSO-Dobson wird definitv für eine sehr lange Zeit nicht in den Keller landen!


First light mit den 12er von Hofheim-Instrument (HI)
Jahr 2009, 24.04.2009

Anbei mein erster Beobachtungsbericht mit den neuen 12er aus Hofheim. Nach langen hin und her habe ich mich vor einigen Wochen dazu entschlossen, dieses Prachtstück eines Teleskops zu bestellen. Am 22.04. wurde das Teleskop  geliefert und am Freitag 24.04. konnte ich damit das erste First Light erleben. Um ca. 22 Uhr am Parkplatz angekommen habe ich mit dem Aufbau begonnen. Die Stangen waren schon vormontiert und nach ca. 30 min. war das Gerät aufgebaut, justiert und betriebsbereit. Der Aufbau kann auch in ca. 15 min. erledigt werden, aber der Spiegel kühlt deswegen nicht schneller aus.  Alles in allem ist der Aufbau eine leichte Angelegenheit, solange man konzentriert arbeitet, die Reihenfolge des Aufbaus einhaltet und auf die losen Schrauben achtet… Um ca. 22:45 ging es  dann gleich los mit dem Leo-Triplett M66, M65 und NGC 3628. Alle drei mit dem Leuchtpunktsucher (LPS) und dem 20mm Nagler sehr leicht zu finden. Alle drei Objekte im Okular bei direktem Beobachten gut zu sehen. Bei M66 und M 65 sind sogar leichte Strukturen bei den Spiralarmen zu erkennen. Etwas was ich im 8er noch nie hatte. Wow! NGC3628 ist auch eindeutig erkennbar, jetzt ist sogar die Kantenlage zu erahnen.  Strukturen lassen sich in NGC3628 für mich nicht erkennen, aber endlich ist diese Galaxie eine helle Erscheinung im Okular. Das Triplett ist für mich visuell endlich eindeutig gut zu beobachten. NGC 3628 ist nicht mehr ein dunkelgrauer Fleck im Okular. 12 Zoll Spiegel sind schon geil! Danach ging es weiter im Sternbild Rabe mit NGC4038/4039, auch bekannt als die Antennen-Galaxie. Ich hatte diese bereits am Montag mit dem 8er beobachtet und beide sind relativ einfach zu finden. Auf dem Weg dorthin war ich etwas überrascht weitere Galaxie im näheren Umfeld zu sehen. Diese waren mir im 8er gar nicht aufgefallen! Es waren hier wahrscheinlich die Galaxien NGC4027, 4024 und 4033. Diese sind im DeepSky Reiseatlas (DSRA) nicht eingezeichnet. Erst zu Hause konnte ich diese als solche zu 99%  identifizieren aber nicht mehr verifizieren, da nun daheim. Die Antennen bei NGC4038/4039 sind leider auch im 12er für mich nicht beobachtbar. Schade! Als nächstes ging es zu NGC3344 weiter. Im Okular ist ein heller Nebel mit drei Sterne zu erkennen. Eine Spirale und/oder Strukturen sind leider für mich  im 12er noch nicht zu erkennen. M109 ist sehr hell, aber keine Strukturen zu erkennen. Bei NGC4088 ist die Kantenlage zu erahnen. Strukturen bleiben aus, die Glx. erkenne ich  als dunkel grau, sehr hell, und lang. Auch bei NGC4088 bin ich wieder über die vielen kleinen schwachen Galaxien überrascht, welche sich unangekündigt im Okular tummeln.  Meisten sind diese wenige Bogenminuten lang, sehr schwach bzw. dunkelgrau aber eindeutig als Galaxien zu erkennen. Auch diese sind im DSRA nicht verzeichnet. Eine der unbekannten Galaxie  konnte ich zu 99% als NGC4085 identifizieren da auffällig nah an zwei helle Sterne. Ich hatte mir vor Ort ein Notiz mit Skizzen gemacht und diese dann zu Hause zu identifizieren. Es ging dann weiter mit NGC4220, 40217, M106, NGC 4449 und NGC4490 samt 4085. Bei NGC 4490 sind auch wieder erste Strukturen zu erkennen. Es ging dann die ganze Nacht weiter mit einer Galaxie nach der anderen. Zur späten Stunden war ich dann noch in Kugelsternhaufen M13, M4, M107, M80 und M10. Alle mehr oder weniger spektakulär aber mangels große Vergrößerung bleibt der Knaller für eine spätere Beobachtungsnacht erhalten. Saturn war auch kein Spaß aufgrund des seeing. Um ca. zwei Uhr entschloss ich mich die Beobachtung abzubrechen. Alles in allem wieder eine erfolgreiche Nacht. Der 12er wird mir noch lange Zeit ein treuer Gefährte bleiben! Der Reisedobson von HI ist nicht nur ein genial durchdachtes Gerät, es sieht zudem auch sehr  schön und elegant aus. Ein Gerät zum verlieben. Beim einpacken vermisse ich aber die Vorzüge meines 8er. Einfach Tubus und Rockerbox ins Auto packen und fertig. Beim 12er von HI muss erst mal alles wieder auseinander genommen werden und in zwei eleganten Kisten verstaut werden. Es geht zwar relativ flott, könnte aber in Zukunft etwas nerven. Die Stangen bleiben bei mir montiert. Das spart eine Menge zeit. Letztendlich will man nach einer langen Beobachtungsnacht möglichst schnell nach Hause ins Bett. Mittlerweile kommt das Sternbild Schwan samt Milchstraße schön raus. Ich freue mich schon auf die kommenden Monate! Noch ein paar abschließende Worte/Bemerkungen zum Gerät: Zugegeben war ich mit dem Versand eines solchen Gerätes etwas skeptisch. Die Verpackung war vorbildlich. Die beiden Kisten waren aufwendig und stoßsicher verpackt. Das Ganze in einem dichten Meer von Styropor-Chips eingebettet. Das Gerät war im aufgebauten Zustand recht gut justiert. Der Fangspiegel benötigte keine weitere Justierung. Der Hauptspiegel lässt sich über zwei Rändelschrauben sehr einfach zentrieren. Der Fangspiegel verfügt über eine Mittelpunktmarkierung. Sowohl im Concenter-Okular von Spheretec als auch im Cheshire war alles schön zentrisch. Der Fangspiegel ist übrigens an drei Punkten geklebt. Das Gerät verfügt als separat erhältliches Zubehör u.a. über eine Irisblende. Im aufgebauten Zustand lässt sich das Teleskop sehr einfach aus der Rockerbox nehmen. Das Gerät macht einen soliden Eindruck, alle schrauben am OAZ, die Fangspiegelstreben und sogar die innenseite des Hutes sind geschwärzt. Im auf- und abgebauten Zustand bleiben keine Kleinteile und/oder Schrauben übrig. Das Gerät ist mit Okulare vom Typ 1,25 Zoll Nagler (13 und 5 mm) sehr gut ausbalanciert. Der Fokus wird problemlos erreicht. Mit dem 20er Nagler (2 Zoll Steckgröße, Gewicht ca. 500gr) sind keine Gegengewichte notwendig. Lediglich bei horizontnahe Beobachtungen wie z.B. im Sternbild Skorpion ist ein Gegengewicht sinnvoll. Für mich haben sich ca. 300gr. Gegengewicht als sinnvoll erwiesen, dann brauche ich bei allen Okularen keine weiteren Eingriffe zu tätigen. Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.


First light mit 16 Zoll unter hochalpinen Himmel
Jahr 2010, 07. und 08.07.2010
Es waren für mich zwei  Beobachtungsnächte der ganz besonderen Art.
Zuallererst mein persönlicher „first light“ unter Alpenhimmel, dazu „first light“ meines neuen „gebrauchten“ 16er Selbstbau-Dobson -erstanden bei einem Abendessen in Fischbachau in Obb.- und last but not least „first light“ eines echten „dicken Brummer“. Hierzu wird uns der Inhaber und Erbauer hoffentlich ausgiebig berichten, an Bildmaterial sollte es m.E. nicht mangeln.

Die Planung verlief wenige Tage vorher relativ kurzfristig per Mail. Hierzu meinen pers. Dank an Uwe, dass ich in dieser illustren Runde aufgenommen wurde. Meinen pers. Dank gilt auch an den Teilnehmern, die mich wahrscheinlich ungefragt dulden mussten…(hahahaha…)


Die illustre Runde (nicht im Bild Matthias K.)

Am Mittwoch ging es dann nach Feierabend um 16 Uhr über die A95, Garmisch-Partenkirchen, Inntalautobahn, Landeck direkt zur Bielerhöhe. Die Hinfahrt war wunderschön. Kristallklarer Himmel und traumhaftes Alpenpanorama, und die Fahrzeit verging wie im Fluge. Um ca. 19 Uhr war ich auch schon an Gasthof Piz Buin angekommen.



Gasthof Piz Buin.

Auf der Terrasse des Gasthofes hatte sich die illustre Runde bereits zu einem Hopfengetränk zusammengefunden. Es dauerte nicht lange und wir waren auch schon beim Abendessen. Um 20:30 war dann großes Halbfinale Spiel Deutschland gegen Spanien. Da die italienische Nationalelf bereits in der Vorrunde ausgeschieden war, gönnte ich mir im Alleingang die Dämmerung am bekannten Großparkplatz. 


Italien ist bereits in der Vorrunde ausgeschieden.


Venus bei beindruckender Kulisse.

Irgendwann war das Fußballspiel auch zu Ende und die illustre Runde kehrte zu Ihren Lichtsammeltonnen zurück. War wohl nix mit Deutschland im Finale, schade!
 
Gegen 23:30 war die astronomische Dämmerung zu Ende und der Himmel fing an zu brennen….


Milchstraße am Horizont.

Es dauerte nicht lange und es wurde fleißig gearbeitet. Die Teleskope schwenkten in allen Himmelsrichtungen. Bei mir dauerte es ein wenig bis ich endlich zum beobachten kam. Der Sternhimmel war einfach nur beindruckend! Ich saß eine Zeit lang auf meinen Stuhl und ließ dieses Naturschauspiel auf mich einwirken. Es war atemberaubend!


Teleskope am Werk.

Als ich mich endlich wieder gefasst hatte, ging es auch bei mir los. Es wurden Kugelsternhaufen und PN’s am Horizont abgegrast.

Kugelsternhaufen M4 war eine echte Augenweide. Knackscharf, kontrastreich und bis zum Zentrum hin aufgelöst.

Die Objekte purzelten ab jetzt einfach so ins Okular rein. Sämtliche Kugelsternhaufen aus dem Deepsky Reiseatlas (DSRA) waren echte Leuchttürme im Okular des 16er. Trotz Sternmeer im Okular gaben sich die zahlreichen Kugelsternhaufen bei schwacher Vergrößerung deutlich als Nebelfleck zu erkennen. Ich kam teilweise nicht nach, diese mit NGC Nummer zu identifizieren. Es waren zu viele! Die Horizontsicht und Transparenz war hervorragend!

Aus den zahlreichen Beobachtungen in der Region Adler/Schütze/Schild/Skorpion möchte ich nur einige wenige pers. Highlights aus der ersten Beobachtungsnacht hervorheben:

PN N6369: im 7 mm Okular (V=240) zeigt sich ein heller PN, es ist eindeutig eine Ringstruktur erkennbar, im Zentrum ist der PN etwas dunkler, ein Feldstern südlich. Die Ringstruktur wird erst bei hoher Vergrößerung erkennbar. Es ist kein zentraler Stern erkennbar. Sehenswertes Objekt bei guter Horizontsicht!

Kugelsternhaufen N6528 und N6522 im Doppelpack: im 13er (V=130) sind KS 6528 und 6522 beide im Gesichtsfeld. N6522 ist der hellere KS.

Kugelsternhaufen M28 ist einfach nur atemberaubend. In meinen Notizen zu dieser Beobachtung steht nur „Wow!“. Es hat mir einfach nur die Sprache verschlagen!

Kugelsternhaufen M22 im 13mm Nagler: ich notiere „Wow hoch 2“

M17 „Schwannebel“ ist an Detailreichtum nicht mehr zu beschreiben. Der Schwan ist von einem Schleier umhüllt. Der Schwan scheint vom Winde verweht zu sein, als wäre der Nebel von einem Ventilator angeblasen und würde dadurch seine Bestandteile an der Umgebung abgeben. Der Nebel wirkt so plastisch und stark strukturiert. Atemberaubend!

PN 7009 „Saturnnebel“. Der PN schimmert grünlich und bekommt bereits bei schwacher Vergrößerung Flügel! Ich notiere auf meinen Notizen einen „Smiley“. Einfach nur Geil!

Gegen 2 Uhr erhalten wir Besuch von einem Fuchs. Er huscht zwischen den Teleskopen und steigt sogar in Autos ein. Es wird ein Kopfgeld ausgesetzt!

Es werden noch ein paar weitere Standardobjekte (M75, M72, M30) besucht und bei Dämmerungsbeginn abgebaut. Es war eine geile Nacht!

Zweite Nacht:


Analog der ersten Nacht wird um ca. 21 Uhr aufgebaut und warten in aller Gemütlichkeit das Ende der Dämmerung ab.


Venus am Himmel.

Dämmerungsende lässt auch nicht lange auf sich warten und um 23 Uhr geht es schon mit hellen Kerzen los wie Ringnebel und M13.


Milchstrasse

Noch beindruckt von der vorherigen Nacht, werfe ich meine Beobachtungslisten über Bord und ich beobachte galaktischen Nebel wie Lagunennebel (M8), Trifidnebel (M20), Adlernebel (M16) und Schwannebel (M17). Der Anblick unter diesen Himmel ist einfach nur atemberaubend. Es werden weiterhin Endorphine ausgeschüttet!

Crescentnebel (N6888) und der Cirrusnebel (N6960/6992) im Sternbild Schwan müssen auch noch daran glauben. N6888 hat mich in dieser Nacht zu tiefst beindruckt, weil noch so viele zusätzliche Strukturen und Details herausgearbeitet werden konnten als es mir bisher möglich war.

Reiner M. fertigt in dieser Nacht eine Zeichnung des Nebels mit 18 Zoll Gerät. Ich bin auf das Endergebnis gespannt wie ein Schnitzel!

Auch die übrigen Beobachter zeichnen sehr eifrig. Ich bin auch auf Ihre Ergebnisse gespannt!

In dieser Nacht habe ich auch ein wenig gearbeitet aber nicht gezeichnet.
Anbei meine pers. Highlights für diese unvergessliche zweite Nacht.


Barnards Galaxie (N6822): Eine Zwerggalaxie in der lokalen Gruppe. Diese Galaxie hatte ich am Sudelfeld unter mag 6,4+ Himmel und 12 Zoll Gerät schon mehrmals versucht und wiederholt „als nicht gesehen“ geloggt. In dieser Nacht mit 16 Zoll und alpinen Himmel ein Kinderspiel. Weil es mir zu einfach vorkommt, lass ich mir die Sichtung durch Ronald bestätigen. Hier kommt auch gleich sein Tipp den UHC-Filter aufzusetzen und nach den HII-Regionen im Norden Ausschau zu halten. Bingo! Anbei meine Notizen zu dieser Nacht: großflächige Aufhellung, fast ein leichtes Schimmern, schwach milchig. Mit schwacher Vergrößerung und großem Feld ist das Objekt m.E. am einfachsten zu identifizieren. Mit UHC/OIII Filter lassen sich nördlich HII Regionen herausarbeiten. In dieser Nacht sicher drei Stück. Nicht weit (0,5 grad ?) befindet sich der PN  N6818.

PN N6781 im Sternbild Adler: ich notiere wieder nur „Wow!“. Es hat mir wieder die Sprache verschlagen. -Scheisse, so kann ich nicht weitermachen!

Galaxie N7331 im Pegasus: hier werden zahlreiche Begleiter sichtbar. Ich erkenne mit Unterstützung des NSOG N7337, N7335, N7340 und N7336. Alle samt einfach und gut zu sehen!

Stephans Quintett wird zum Sextett!
Eher unvermittelt drifte ich von N7331 zum Quintett durch einfaches sweepen! Das Quintett springt regelrecht ins Auge. Ich zähle 1,2,3,4,5 Galaxien und es blitzt immer wieder eine sechste Galaxie im Okular auf. Sieht aus wie ein Stern ist aber zu aufgebläht. Wieder mit Unterstützung des NSOG identifiziere ich das Objekt eindeutig als N7320C (Größe 0,4‘ x 0,6‘; FH 14,2 mag / SB 16,0 mag). Ist das ein geiler Himmel und ein geiles Teleskop!

Jones 1 (PN im PEG): mit 20mm Nagler und OIII => einfach! Objekt ist leicht direkt zu halten. Ring mit zwei Verdichtungen an den beiden ggü. liegenden Seiten. Der Ring ist an einer Seite leicht geöffnet. Geil!
 
Als letztes pers. Highlight noch die „PN und KS Kombo“ eingestellt, N6712 uns IC 1295. Beide Objekte sind gleichzeitig im 20er Nagler sichtbar. Der KS sehr hell und auffällig, der PN eher schwach, zwar großflächig aber trotzdem leicht zu übersehen. Schraubt man jetzt den OIII Filter rein passiert folgendes: der PN wird auffällig hell und der KS wird nun deutlich abgeschwächt aber trotzdem sichtbar. Eine schöne Spielerei!

Die Morgendämmerung zeigt sich wieder. Es wird noch ein letzte Stärkung eingenommen und danach wird abgebaut.


Lagebesprechung

Zwei Nächte unter dunklem Himmel und in guter Gesellschaft sind zu ende. Die Anreise hat sich allemal gelohnt. Ich bin hier bestimmt nicht zum letzten Mal gewesen!


Mein first light auf dem Großglockner
Jahr 2010, 02.10.2010
Trotz Wolken und unsichere Wettervorhersagen haben wir am Samstag eine Exkursion zum Glockner gewagt. Um 16 Uhr wurde einvernehmlich der Startschuss gegeben und gegen 17 Uhr waren wir mehr oder weniger alle auf der B311 (die Pinzgauer Bundestrasse) Richtung Bruck am Großglockner. Das Mauthäusl hatte ab 18:45  auch schon zu…wie schade… :-) Als letzter kam ich gegen 19:30 Uhr am vereinbarten Treffpunkt beim Edelweißwirt. Wetterlage am Glockner: bedeckt und regnerisch. Nach ein Schnitzel mit Pommes und ein unterhaltsames Gespräch mit dem liebenswürdigen Wirt klarte es gegen 21:30 zunehmend auf. Wir versuchten unser Glück am Hochtor, und wurden mit einem nahezu wolkenfreien Himmel Richtung Süden belohnt. Die Milchstraße zeigte sich durch die Wolkenfetzten äußerst stark strukturiert. Saugeil!

Anbei einige Beschreibungen der beobachteten Objekte in dieser Nacht.

N7142, OC im Cep (Größe 12x12 Bogenminuten, Helligkeit: 9,3 / 14,4 mag.)
schöner großer offener Sternhaufen. Dicht gedrängte mit kleinen Sternen, es ergibt sich dadurch einen deutlichen Haufencharakter, trotz sternreicher Region. Objekt ist in einzelne Sterne auflösbar. Im Hintergrund ist ein schwaches Schimmern zu erkennen. Unweit vom OC befindet sich der GN N7129, beide Objekte sind eine Beobachtung wert.

N7129, GN im Cep (Größe 7 x 7 Bogenminuten)
kleiner Gasnebel bei fünf hellen Sternen. Zwei davon eindeutig im Gasnebel eingebettet, ein dritter lediglich etwas schwächer durch den Gasnebel umhüllt, zwei weitere helle Sterne befinden sich außerhalb des Nebels. Die fünf Sterne ergeben zusammen nahezu ein Dreieck.
Der GN fällt bei 16 Zoll und V=140 bereits beim sweepen auf. Unweit vom GN befindet sich der offene Sternhaufen N7142. Lohnen sich beide.  Siehe link mit Zeichnung:(16 Zoll, Kurt Christiaens)

M2, KS im Aqr
Paradeobjekt des nördlichen Sternhimmels. Bei guter Horizontsicht sind zahlreiche Sterne im Außenbereich auflösbar. Sehr heller Kern, der auch mit hoher Vergrößerung nicht auflösbar ist.  Der Kugelsternhaufen ist sehr stark konzentriert (Klasse II, wobei I die höchste Konzentrationsklasse ist).Der Kugelsternhaufen unterscheiden sich visuell deutlich von M13, sowohl in der Größe, Konzentration, Sterndichte und beobachtbare Sternenanzahl.

M45 Plejaden, hier Meropenebel (NGC1435)
Der Meropenebel ist ohne Filter sehr deutlich und kontrastreich zu beobachten. Öffnet sich wie ein breiter Fächer vom Stern Merope weg nach süden. Nimmt man den Stern Merope aus dem Gesichtsfeld nimmt der Nebel etwas an Kontrast und Größe zu. In dieser Nacht zähle ich freiäugig sicher neun Sterne der Plejaden.

NGC1788, GN im ORI
kleiner aber heller Nebel im Sternbild Orion. Mehrere helle Sterne im und um den Nebel. Im 16er ist der GN ziemlich einfach zu beobachten, bei 200mm Öffnung und schwache Bedingungen (mag 5,5) kann der Nebel schon eine Herausforderung sein. Einen guten Eindruck vermittelt diese Zeichnung von Matthias Juchert.

NGC7814, Gx im PEG
Das Staubband ist bei hoher Vergrößerung direkt zu sehen, jedoch muss dies erst mal erarbeitet werden. Das Staubband ist nicht so offensichtlich wie bei NGC891.

Jones1, PN im PEG
Mit OIII Filter sehr schnell gefunden. Das Objekt ist ein flächiger PN mit der Form eines großen „C“. An den beiden ggü. liegenden Ränder sind eindeutig Aufhellungen zu sehen. Beobachtet wurde mit 20mm Okular, V=90 und Baader OIII Filter. Das Objekt war jederzeit und problemlos direkt zu halten. Unter diesen Bedingungen und mit 16 Zoll fast ein einfaches Objekt. Ein sehr guten visuellen Eindruck liefert diese Zeichnung von Uwe Glahn

NGC891, Gx im Sternbild AND
Die Galaxie befindet sich um die Uhrzeit im Zenit. Ungetrübter Genuss bei hervorragenden Bedingungen und großem Gerät (16 Zoll). Das Staubband zeigt sich deutlich. Die Gx scheint dabei im Okular zu schweben. Ich sehe nahezu eine POSS Aufnahme. Unbeschreiblich!



NGC2022, PN im ORI
helle Scheibe, bei V=140 ist noch kein zentraler Stern zu sehen. Die Ringform ist bei dieser Vergrößerung noch nicht ersichtlich. Im Zentrum lässt sich indirekt ein dunkler Fleck erahnen.

IC2118/NGC1909 „Hexenkopfnebel“
bei schwacher Vergrößerung und großer Austrittspupille gerade zu erahnen. Es zeigt sich ein schwaches glimmen. Objekt befindet sich noch relativ tief am Horizont zu dieser Jahreszeit.

Als Abschluss noch Jupiter beobachtet. Die äquatorparallelen Wolkenbänder waren zeitweise im Okular wie eingemeißelt und knackscharf zu sehen.

Der Mondaufgang war mal wieder beindruckend. Der Widerschein der Erdoberfläche an der erdzugewandten Mondseite war überwältigend. Es ist immer wieder ein erhabenes Naturschauspiel, wenn die recht kleine Mondsichel über die Berggipfel zum Vorschein kommt.

Es war mal wieder eine hervorragende Beobachtungnacht trotz anfänglicher Startschwierigkeiten. Geplättet durch wenig Schlaf und einen zu langen Tag, wahrscheinlich auch etwas ermüdet durch die Höhenluft, konnte ich nicht wirklich das Beste aus dieser Nacht herausholen. Mehrmals während der Beobachtungsnacht sehnte ich mich nach einem Bett und hätte am liebsten eine Mütze voll Schlaf genommen. Ich ertappte mich sogar stehend mit geschlossenen Augen am Okular. Nichtdestotrotz war es wieder sensationell da oben in den Bergen.

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