Bericht: 23.12.2013

Eine lauwarme Winternacht im Dezember

Ort: Hocheck bei Bad Feilnbach, 860m
Datum: Montag 23.12.2013 20 bis 23 Uhr
Wetter: klar, seeing gut, Temp. ca. +5° bei 60% rF
Grenzgröße: ca. 6,0
Ausrüstung: 8 Zoll Dobson
Kommentare: alleine

Objekte: NGC 1491 (EN, Per), NGC 1513 (OC, Per), NGC 1245 (OC, Per), Abell 426 bzw. Perseus Galaxien Cluster mit NGC 1275 (Gx, Perseus A), Christmas Tree Cluster (OC, Mon), NGC 2261 (kometarischer Nebel, Mon), Rosettennebel, Orionnebel,
Noch kurz vor Jahresende ergeben sich zwei klare Nächte die ich ohne zu zögern mitgenommen habe. Am Dienstag ergibt sich ein kurzes mondloses Zeitfenster bis ca. 22:30 Uhr. Klarer Himmel, leichter Föhn, angenehme +5° Cels. und einen transparenten Himmel verheißen eine gute Beobachtungsnacht. Als Beobachtungsplatz entscheide ich mich für eine nahegelegene Erhebung auf ca. 860 Höhenmeter. Die Erhebung zeichnet eine gute Rundumsicht, wenig störlicht und einen relativ dunklen Nachthimmel im Zenit und im Süden. Der 8 Zöller ist schnell aufgebaut und das erste Objekt ist dank des Interstellarum Deep-Sky-Atlas schnell gefunden.



NGC 1461, EN, Per, Seite 25R im IS Atlas
Bereits mit dem 20mm Okular (V=60, AP=3,33) ist der Nebel sehr einfach als heller diffuser Nebelfleck zu erkennen. Empfohlen wird ein [OIII]-Filter, jedoch dunkelt mein [OIII]-Filter von Lumicon das Objekt zu sehr ab. Mit dem Lumicon UHC-Filter wird der Kontrast leicht erhöht und eine Erhellung westlich des Sterns und im Nebel wird offensichtlich. Die Erhellung erstreckt sich bogenförmig um den Stern. Ich erhalte den besten visuellen Eindruck ohne Filter. Bei V=133 (9mm, AP=1,5mm) zeigt sich der Nebel als diffuser Nebelfleck. Anbei zwei Zeichnungen des Objektes bei zwei unterschiedliche Beobachtungsnächte mit jeweils T=200/1200.





In der Umgebung von NGC 1491 besuche ich noch zwei unterschiedliche Sternhaufen, NGC 1513, ein sternarmer, lockerer Sternhaufen und NGC 1245 ein sehr schöner, sternreicher, kompakter und konzentrierter Sternhaufen im Sternbild Perseus.

Als nächstes Objekt stand Abell 426 auf der Beobachtungsliste, auch bekannt als der Perseus Galaxien Cluster. Hellstes Mitglied des Galaxienhaufens ist NGC 1275, auch bekannt als die Radioquelle Perseus A. Der Galaxienhaufen ist ca. 240 mio. LJ von uns entfernt und beherbergt über 500 Galaxien. Mit meinem 8 Zöller und einer detaillierten Sternkarte konnte ich 10 Galaxien in einem ca. 1° ×  1° Feld sicher ausmachen. Obwohl Abell 426 einer der nächstgelegenen Galaxienhaufen ist, sind seine Mitglieder nicht gerade die hellsten Fackeln am Firmament. Anbei eine Skizze der Umgebung



Nach all dem schwachen Licht gönne ich mir einen „closeup“ bei 200x (6mm, AP=1mm) im Orionnebel (M42). Der Detailreichtum um das Trapez ist nahezu unerschöpflich.

Als kleines Finale vor Mondaufgang erkunde ich den „Weihnachtsbaum“ NGC 2264 bei schwacher Vergrößerung. NGC 2264 erscheint im Okular vollständig und als aufrechter Weihnachtsbaum. Weiter südlich beobachte ich im Übersichtsokular einen kleinen kometenartigen Nebelfleck auch bekannt als NGC 2261. Der „kometarische Nebel“ verewige ich erneut in einer Zeichnung:



Der Rosettennebel ist dank seines eingebetetten Sternhaufens bereits mit bloßen Auge zu finden. Mit V=60 (20mm, AP=3,33mm) und mit einem [OIII]-Filter ist der Nebel einfach und recht deutlich im Teleskop zu sehen.

Um 22:30 hebt sich der Mond über die umliegende Berge empor und taucht die umgebende Landschaft in einem silbrigen Licht. Die Bäume werfen lange Schatten vorraus und die hellsten Sterne im Osten verblassen im Licht des Mondes. Es ist Zeit zum einpacken. Schön wars.

Anbei ein paar Stimmungsbilder:









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