Bericht: 06.07.2013

Endlich wieder Sternenlicht

Ort: bay. Voralpen bei ca. 1200 Höhenmeter
Datum: Samstag 06.07.2013
Wetter: klar, Temp. ca. +13° Celsius, 80% rF,
Ausrüstung: 8 Zoll Dobson
Okulare: 20mm, 13mm, 9mm und 5mm
Filter: [OIII]
Kommentare: alleine

Objekte: M57, M4, NGC 6144, M13, NGC 6207, NGC 5746, M101, M8, Lagunennebel, M20,, M 11, Wildentenhaufen, B143  Tri-Cave-Nebula, NGC 6751, M 20, Trifidnebel, NGC 6822, Barnard Galaxie  mit NGC 6818, M 75, NGC 7009, Saturnnebel, Cirrusnebel.
Nach einer langer Durststrecke endlich wieder Sternenlicht in meinen Augen. Dank der motivierenden Worte von Hajü konnte ich mich am Samstagabend doch noch aufraffen und den Weg in die nahegelegenen bay. Voralpen antreten. Im Gepäck mein 8 Zoll f/6 Dobson von GSO und ausnahmsweise keine Beobachtungsliste. Am Beobachtungsplatz treffe ich auf angenehme +15° und eine nicht endende Dämmerung. Die Milchstraße beginnt erst ab 23:00 ihr milchiges Band zu zeigen und erst ab Mitternacht ist das dunkle Band in Ihrer Mitte vom Horizont bis hoch hinauf zum Sternbild Schwan durchgehend zu erkennen.



Erstes Objekt der Nacht ist der Ringnebel M 57. Bereits bei schwacher Vergrößerung ist die ovale Form zu erkennen zusammen mit den Verdichtungen an den beiden gegenüberliegenden Seiten der Längsachse. Bei 60x-90x verweile ich ein wenig bei diesem galaktischen Donut. Einfach faszinierend!

Das Sternbild Skorpion im Südwesten lädt mich jeden Sommer zu Beginn jeglicher Beobachtungsnacht zum beäugen des Kugelsternhaufen M4 ein. M4 ist auch bei weniger guten Bedingungen gut zu erkennen, der geht immer. Auffällig in seiner Mitte zeigt sich eine Sternkette die in N-S Richtung verläuft. Nicht weit entfernt ist der deutlich lichtschwächere Kugelsternhaufen NGC 6144 als lichtschwacher Nebelfleck gerade noch so zu erkennen. Schwache Transparenz nahe am Horizont und eine noch nicht vollständig abgeschlossene Dämmerung hindert ein wenig die Beobachtung tief am Horizont.

Im Zenit ist der Himmel schon richtig dunkel. Der Kugelsternhaufen M13 ist bereits mit bloßen Augen zu erkennen. Im Okular eine wahre Explosion an Sterne. Unweit von M13 ist die Galaxie NGC 6207 als heller ovaler Nebelfleck mit einer Aufhellung zur Mitte hin zu erkennen. NGC 6207 ist meine erste beobachtete Galaxie in diesem Jahr.

Zur Abwechslung das Teleskop auf dem Planet Saturn gehalten. Ich erwische einige Augenblicke mit guten Seeing. Die Cassinische Teilung ist knackscharf zu erkennen. Ausserdem kann ich an beiden Polen die Abplattung erkennen und und mehrere lichtschwache Bänder durchqueren die Planentenoberfläche.

Nordöstlich von Saturn finde ich NGC 5746, eine edge-on Galaxie im Virgo. Das Pendant von NGC 891 im Sternbild Virgo und sehr leicht zu finden dicht an einem 4m hellen Stern. Auf der Suche nach Spektakulären Galaxien, entscheide ich mich für einen Blick auf M101, die Feuerradgalaxie in UMa. Die Galaxie liegt noch recht günstig über den Horizont und mit 60x bis 90x schält sich die Galaxie in zwei Spiralarme. Einige helle HII-Regionen schmücken die Umgebung.

Szenenwechsel in Richtung Sternbild Schütze. Mit bloßen Auge ist der Lagunennebel M8 zu erkennen. Im 20mm Okular und OIII-Filter durchziehen dunkle Bahnen den Nebel. Unweit von M 8 ist der Trifidnebel M20 zu sehen. Die Dreiteilung ist augenscheinlich. Der Wildentenhaufen M11 begeistert mit seinen zahlreichen dicht gedrängten hellen Sternen. Im Sternbild Adler besuche ich kurz den PN NGC 6751. Bei 240x ist der PN als kleiner Nebelfleck zu erkennen. Im inneren scheint der PN etwas dunkler zu sein, wie ein kleiner Ringnebel. Hinter einigen großen Fichten schiebt sich das Sternbild Steinbock empor. Zwischen Schütze und Steinbock befindet sich NGC 6822, auch bekannt als Barnard Galaxie und der PN NGC 6818. Der PN ist als kleiner heller Nebelfleck einfach zu erkenne und verträgt eine hohe Vergrößerung. Die Galaxie stattdessen ist als lichtschwache neblige Erscheinung sehr schwach zu erkennen. An der Spitze des Adlers beobachte ich eine drei geteilte Dunkelwolke bekannt als B 143 oder auch als triple cave. Sehr einfach zu erkennen, die Dunkelwolke bedeckt eine sternreiche Gegend. Mehrere Grad südlich befindet sich der Kugelsternhaufen M75. Im Okular ein kleiner aber sehr heller kompakter Kugelsternhaufen mit einem nahezu stellaren Zentrum, fast wie eine elliptische Galaxie E0. Ein weiteres Schmankerl war  NGC 7009. Bereits bei 90x waren die beiden “Flügel“ zu sehen. Als großes Finale der Cirrusnebel bei 60x und mit OIII-Filter beobachtet. Der Sturmvogel und die Knochenhand boten nahezu im Zenit ein wahres visuelles Spektakel und schienen im Raum zu schweben. Um 1:30 beendete ich die Beobachtungsnacht bei +13° und 85% rF. Die Nacht bot wieder großes Kino mit einem hohen Unterhaltungswert trotz kleiner Öffnung. Ich komm wieder, keine Frage!









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