Bericht: 16.11.2012

Eine Herbstnacht in den bayrischen Voralpen

Ort: bay. Voralpen bei ca. 1200 Höhenmetern
Datum: Freitag 16.11.2012, 21:00 bis 1:30
Wetter: klar, gute Transparenz, Seeing mäßig, Temp. +3° C., 46%rF
Grenzgröße: +6m,5
Seeing: meistens 2 bis 3 auf der Kafalis-Skala,
Ausrüstung: 16 Zoll GSO Dobson
Kommentare: mit dabei Uwe 27“, Frank 20“, Friedl 16“, Christian 12“, Marc 10“

Objekte:
IC 1848, ein großer und heller Gasnebel im Sternbild Per (OdS, is84)
NGC 1245, heller und kompakter Sternhaufen im Sternbild Per (OdS, is84)
NGC 1514, PN im Sternbild Stier (Tau)
M77, helle Messier-Galaxie im Sternbild Cetus
M74, helle Messier Galaxie im Sternbild Psc
Abell 5, PN im Sternbild Perseus => negative Sichtung
Orionnebel M42 und Jupiter


ich habe das Glück im Besitz mehrere Öffnungen zu sein, so dass ich die Beobachtungen vom 14.11. nun mit 16 Zoll nachbeobachten kann. Die Bedingungen in der Beobachtungsnacht sind ähnlich an die vom Mittwoch. Temperatur um die +3°, relative Feuchtigkeit um die 40-50%, nur das Seeing war Streckenweise etwas besser als am Mittwoch. Gegen 1 Uhr morgens verschlechtert sich die Transparenz zunehmend, so dass ich die Beobachtungsnacht vorzeitig beende.

IC 1848, Emissionsnebel im Sternbild Perseus zeigt sich mit dem 26mm Okular (V=69, AP 5,77mm) und einen UHC-Filter (Lumicon) deutlich heller als mit 8 Zoll. Es sind zeigt sich ein sehr großer Nebel mit scharfe Kanten und dunkle Einbuchtungen. Am Rande des Nebels wirken die hellen Kanten des Nebels teilweise scharf abgegrenzt mit der Umgebung. Im inneren des Nebels sind einige helle Feldsterne zu erkennen, die sich teilweise zu lockeren Ansammlungen verdichten und sich über die Längsachse des Nebels verteilen.


(IC 1843, Gesichtsfeld ca. 3° Copyright STScI Digitized Sky Survey)

NGC 1245, OH im Sternbild Perseus. Der Sternhaufen wirkt sehr hell, kompakt und dicht gedrängt mit zahlreichen nadelfeine Einzelsternen. Den besten visuellen Eindruck erhalte ich mit V=90× bis 138×.


(NGC 1245, Gesichtsfeld ca. 0,5°, Copyright STScI Digitized Sky Survey)

NGC 1514, PN im Sternbild Perseus reagiert stark auf einen [OIII]-Filter. Bei 300× und mit [OIII]-Filter ist der ein großer rundlicher Nebelfleck zu erkennen mit einigen langgezogenen Verdunkelungen im inneren. Das innere des PN wirkt stark fleckig und unruhig. Der Zentralstern ist zu jederzeit leicht zu erkennen. Ohne [OIII]-Filter wirkt der Nebel um den PN kontrastarm und lichtschwach.


(NGC 1514, Gesichtsfeld ca. 0,5°, Copyright STScI Digitized Sky Survey)

Messier 77 zeigt sich mit 16 Zoll und unter diesem transparenten Himmel nochmal deutlich detailreicher als in der vergangenen Nacht. Bei schwacher Vergrößerung von 90× wirkt die Galaxie hellgrau mit einem hellem Zentrum. Um das helle Zentrum wirkt die Galaxie leicht fleckig bzw. unregelmäßig hell.  Bei 300× sind zwei Spiralarme am Rande des hellen Zentrum zu erkennen. Mit indirekten Sehen sind am Rande des äußeren Halo zwei weitere Ansätze von Spiralarme zu erkennen. Im inneren wirkt die Galaxie unruhig und zeigt verschiedenen Aufhellungen. Insgesamt ein prächtiger und detailreicher Anblick. In der folgenden Zeichnung habe ich versucht die Details zusammenzufassen:



Die Galaxie Messier 74 im Sternbild Fische (Psc) zeigt sich mit einem hellen Kern, einem ausgedehnten Halo und mit zwei Spiralarme. Ein Spiralarm im Westen scheint sich in zwei Teile zu verzweigen. Insgesamt eine spektakuläre visuelle Beobachtung die an meiner Beobachtung auf dem Roque de Los Muchachos (Insel La Palma) anknüpft. Dort konnte ich unter besten Bedingungen mit 12 Zoll Öffnung zwei Spiralarme problemlos erkennen.

Anbei die visuelle Zusammfassung mit 16 Zoll unter guten Landhimmel und guter Transparenz.




Abell 5, PN im Sternbild Perseus, auf der Suche nach einem Ringnebel konnte ich nach 30 Minuten trotz genauer Aufsuchkarte (15m Sterne) und intensiver Beobachtung an der entsprechenden Stelle nicht wirklich etwas sehen.

Zur Abwechslung wird der Orionnebel beobachtet. Bei 300× kommt das Trapez mit sechs Sternen einfach zum Vorschein.  Gegen 1 Uhr morgens nimmt die Transparenz stetig ab. Ich blicke noch auf dem Mondschatten vom Jupitermond Io auf den Jupiter und baue anschließend ab. Es hat sich wieder gelohnt den inneren Schweinehund zu besiegen und den Weg in die Berge zu finden. Ich fahre heim, Christian und Uwe bleiben noch. Schön wars!





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