Bericht: 22.07.2012

Eine Nacht auf dem Schwarzenberg bei 1130 Höhenmeter

Ort: bay. Voralpen nahe Hundham bei 1130m
Datum:Sonntag 22.07.2012, 23:00 bis 3:30
Wetter: anfangs wolkig mit Regen, ab 23 Uhr klar, Temp. bis +6°Cels., rF bis ca. 80%
fst geschätzte max. 6m,5 im Zenit
Seeing: meistens 3 auf der Kafalis-Skala
Ausrüstung: 16 Zoll Dobson,
Kommentare: allein, in der zweiten Nachhälfte "airglow" im Osten zu erkennen.

kurze Zeitrafferaufnahme der Nacht findet man hier (MOV, ca. 42 sek., ca. 26 MB)

Objekte der Nacht: Propeller in M13, NGC 6118 (Gx), NGC 6445 (PN), NGC 6440 (GC), M23 (OC), NGC 6629 (PN), NGC 6642 (GC), UGC 11093 (Gx), NGC 6888, NGC 6905, M31, M33, Cirrus-Nebel, Nordamerikanebel mit Pelikannebel

Negative Sichtung:
sh2-82 (RN im Sternbild Sge): absolut nichts zu sehen
Abell 46 (PN im Sternbild Lyr): unsichere Sichtung
Die Wettervorhersage der diversen Wetterberichte wie zamg.at, dwd.de oder meteoblue.com gaben für die Nacht von Sonntag auf Montag einen klaren Nachthimmel an. Um 22 Uhr war ich am Beobachtungsplatz und saß im Auto, draussen regnete es. Im Westen und Norden war ein Aufklaren des Himmels zu erkennen. Der Regen war wohl ein lokales Ereignis und um 23 Uhr klarte es auf. Nur im Südwesten zogen noch einige Wolkenfelder vorbei. In den Zeitrafferaufnahmen sind die Wolken gut zu erkennen und in der zweiten Nachthälfte ist das "airglow" durch einen Grünstich im Osten zu erkennen.


Anbei die Objektbeschreibung in dieser Nacht:

M13 und der Propeller
nach mehreren versuchen kann ich nun endlich den Propeller im Kugelsternhaufen M13 festhalten. Der Propeller befindet sich im Südosten und zeigt sich mit drei lange, schmale und dunkle Striche. Mit indirekten Sehen sind diese sehr deutlich zu erkennen. Wenn man weis nach was nach was man Ausschau halten soll, dann ist der Propeller in M13 auch zu erkennen.

NGC 6118, Gx im Sternbild Oph
ist eine eher unspektakuläre Galaxie. Die Galaxie zeigt sich länglich mit einer schwachen zentralen Aufhellung. Die Galaxie ist bereits auffällig im Übersichtsokular zu erkennen. Den besten visuellen Eindruck erhalte ich bei 250 bis 300fach. Diese Galaxie fehlte mir noch in meinem Herschel-400 Projekt.

NGC 6445, PN im Sternbild Sgr
Die Überraschung dieser Nacht. Ein Herschel 400 Objekt, welches ich noch nicht beobachtet hatte. Im Übersichtsokular zeigt sich der PN ähnlich hell und groß wie sein benachbarter Kugelsternhaufen NGC 6440. Bei 300x bis 514x ist ein ovaler Ringnebel zu erkennen mit Aufhellungen im Osten und Westen. Anbei die Zeichnung mit OIII-Filter.



NGC 6440, GC im Sternbild Sgr
unweit des PN NGC 6445. Der Kugelsternhaufen zeigt sich als heller Nebelfleck mit einer mittleren Konzentration zu Mitte hin. Auch bei 300-fach ist der Kugelsternhaufen in keine Einzelsterne auflösbar. Der Kugelsternhaufen bildet bei schwacher Vergrößerung ein schönes Paar mit dem PN NGC 6445.

(c) STScI Digitized Sky Survey
(NGC 6445 mitte, NGC 6440 unten)

M23, OC im Sternbild Sgr
großer offener Sternhaufen mit zahlreichen hellen Mitgliedern. Der OC erstreckt sich über nahezu einen Grad im Gesichtsfeld und wirkt relativ locker. Aufgrund seiner hellen Mitglieder ist der OC im sternreichen Umgebung nicht zu übersehen. Der OC wirkt leicht oval in der W-O Achse. Ein heller Stern (gelb) befindet sich am Rande des OC im NO. Den besten visuellen Eindruck erhalte ich bei V=90 -mein Übersichtsokular.

NGC 6629, PN im Sternbild Sgr
kleiner (ca. 15"), runder und heller (8m) PN. Reagieret gut auf Filter-Blinking mit einem OIII-Filter.

NGC 6642, GC im Sternbild Sgr
kleiner Kugelsternhaufen, vereinzelte Sterne sind am Rande auflösbar. Helles Zentrum mit einer mittlerer Konzentration zur Mitte.

UGC 11093, superthin Gx im Sternbild Dra
eine dünne Lichtnadel, mit direktem Sehen gerade noch wahrnehmbar. Ein Feldstern befindet sich im nördlichen drittel der Galaxie. In der Mitte der Galaxie ist ein schmales Band/Aufhellung zu erkennen. Insgesamt wirkt die Galaxie schmal, aber nicht kerzengerade, sondern zur Mitte hin leicht bauchig zur. Die Form erinnert ein wenig an die Walfischgalaxie (NGC 4631).

(c) STScI Digitized Sky Survey

sh2-112, BN im Sternbild Cyg
mit OIII-Filter und schwacher Vergrößerung ist ein heller Nebel zu erkennen. Am westlichen Rand befindet sich ein Feldstern. Von dort aus öffnet sich der Nebel wie ein breiter Fächer nach Osten hin und läuft diffus aus. Am westlichen Rand wirkt der Nebel heller und es sind zwei Streifen als Aufhellung zu erkennen.

(c) STScI Digitized Sky Survey

Abell 46, PN im Sternbild Lyr
unsichere Sichtung. An der Stelle ist mit OIII-Filter vielleicht ein rundlicher, kontrastarmer und dunkelgrauer Fleck zu erkennen.

(c) STScI Digitized Sky Survey

Zum Schluss wurde noch M31, M33, der Cirrusnebel, Nordamerikanebel und der Pelikannebel beobachtet.

Um 3:40 wurde die Beobachtungsnacht bei +6° Cels. und 83% rF für beendet erklärt.



Fenster schließen