Bericht: 20.08.2010

Ein  kurze und laue Sommernacht im August

Ort: oberbay. Voralpen bei ca. 1100 Höhenmeter
Datum: Di. 20. August von ca. 0 Uhr bis 3 Uhr
fst: 6+ (M31, M13, M15 und N7000 freiäugig zu sehen)
Wetter: wolkenlos bis ca. 3:30 Uhr, leicht feucht, seeing recht gut,
Ausrüstung: 12 Zoll Reisedobson von HI
Okulare: 20mm, 13mm, 9mm, 5mm und 3,5mm
Kommentare: Monduntergang ca. 2:30 Uhr

Objekte: N7789 (OC), N457 "E.T. Cluster" (OC), M103 (OC), N654 (OC), N663 (OC), N659 (OC), N1275 (gx), N1023 (Gx), N861 (Gx), 7448 (Gx), 7463 (Gx), N7464 (Gx), N7465 (Gx), N7026 (PN), N7027 (PN), Jupiter
Gegen Mitternacht traf ich Uwe an unserem Beobachtungsplatz. Sein 27 Zoll Gerät war schon aufgebaut, die Bäume warfen noch lange Schatten im silbergrauen Mondlicht und wir hatten noch ein „wenig“ Zeit für einen Plausch, einen Kaffee und sogar ausreichend Zeit damit Uwe beim fummeln an dem Potentiometer der EQ-Plattform ausser Kraft setzen konnte. Monduntergang war in dieser Nacht erst gegen 2:30 Uhr.
Warten auf den Monderuntergang


Um halb eins war der Mond schon hinter dem Berg verschwunden, sodass einige Deep-Sky-Objekte im Sternbilder Kassiopeia schon recht gut im 12er gingen wie z.B. die offenen Sternhaufen N7789 (lohnt sich!), N457 (E.T. Cluster, schön!), M103, N654/663/659.
Monduntergang


Gegen 2:30 verschwand der Mond hinter dem Berg und es wurde endlich richtig dunkel. Die Milchstraße wurde vom Norden her über den Zenit Richtung Süden immer deutlicher und kontrastreicher. Im Sternbild PERSEUS versuchte ich mich bei den Galaxien N1275 und N1023.

N1275 oder auch als Perseus Galaxienhaufen (Abell 426) zeigt sich als runde helle Galaxie. Um die Galaxie zeigten sich mehrere schwache Galaxien, nahezu wie ein Schwarm. Aufgrund der Müdigkeit hatte ich nicht mehr die notwendige Ruhe anhand eines POSS-Bilder im Stropek (S. 73) die ganzen Galaxien auseinanderzuklamüsern.

N1023 zeigte sich als fette, längliche und helle Galaxie. Ein lohnenswertes Objekt auch für kleinere Geräte. Den lichtschwachen Begleiter N1023A konnte ich nicht wahrnehmen.

N891, Galaxie in Kantenlage im Sternbild AND, zeigte sich in dieser Nacht noch etwas schwach, das Staubband war gerade noch so zu erahnen.

Als nächstes hatte ich mir eine kleinere Galaxiengruppe im Sternbild PEGASUS rausgesucht: N7448 und das Triplett N7463/7464/7465. Das aufsuchen erwies sich schwerer als erwartet. In der Umgebung sieht man im 12er Teleskop locker ein halbes Dutzend Galaxien mit ähnlicher Helligkeit und vergleichbaren Größe. N7448, N7464 und N7465 erweisen sich im 12er relativ klein aber schön hell, sodass diese relativ leicht zu beobachten waren. Bei N7464 (sehr klein mit 0,5 x 0,5 Bogenminuten) war ich mir unsicher, deshalb habe ich die Sichtung als negativ verbucht.
POSS Bild


Uwe zeigte mir im 27 Zoll Gerät u.a. zwei sehr schöne Planetarische Nebel:

-N7027 (Magic Carpet Nebula) dessen bipolare Struktur eindeutig zu erkennen war.
und N7026 (Cheesburger Nebula) im OIII-Filter mit einer erstaunlichen Ähnlichkeit zu einem Burger. Im 12er ist die Ähnlichkeit zu einem Burger nur mit sehr hoher Vergrößerung darstellbar.  In meinem 12er war es ein 5 mm Nagler mit einer 2x Barlow, also 600-fache Vergrößerung. Aufgrund der relativ hohen Helligkeit des Objektes, verträgt das Objekt problemlos die Vergrößerung, dass Seeing ist halt limitierender Faktor.
Ein beindruckendes visuelles Schauspiel beide Objekte im 27 Zoll Gerät zu beobachten!

Um 4 Uhr war der Himmel nahezu dicht durch vorbeiziehende Wolken. Wir beobachteten noch durch Lücken den Jupiter. Aufgrund des recht guten Seeing ließ sich der Planet hoch vergrößern. Anbei ein Bild von Heiko Mehring, welches recht deutlich die auffällige Mondkonstellation in dieser Nacht veranschaulicht.

Jupiter (mit freundlicher Genehmigung durch Heiko Mehring)


Fazit: Meine pers. Favoriten in dieser Nacht waren die beiden PN (N7026 und N7027) im 27 Zoll Gerät von Uwe. Im 12er gab der OC N7789 im 20mm Okular eine recht gute Figur ab.

Sternbild CAS, PER, TRI und Andromedanebel.


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