Bericht: 6./7./8.04.2010

Drei Nächte am Stück: DeepSky in den bay. Voralpen

Ort: oberbay. Voralpen bei ca. 1100 Höhenmeter,
Datum: 6. / 7. und 8. April jeweils von 21 Uhr bis kurz nach Mitternacht
SQM-L: 21,30 bis 21,5 mag/sas, Temp +4°
Wetter: wolkenlos, trocken, gelegentliche Windböen, seeing mäßig bis gut, Transparenz gut
Ausrüstung: 300/1500, f/5, HI Reiseteleskop
Okulare: 20mm, 13mm, 9mm, 7mm und 5mm
Filter: OIII Baader, UHC Lumicon
Kommentare: an jeder Nacht war ein anderer Mitbeobachter anwesend

Objekte: N2539 (OC), N2506 (OC), N2371/2 (PN), N2261 (GN), N2811 (Gx), Hickson44 (Gx), N2419 (GC), N4039 (Gx), M97 (PN), M51 (Gx), N2859 (Gx), N2974 (Gx), M101 (Gx), N5473 (Gx), N5474 (Gx), M57 (PN), N2244 (OC), Rosettennebel, Abell21, N5634 (GC), Komet 81P/Wild, M68 (Gx), M42 (GN), N1907 (OC), N1931 (GN), N4041/4036 (Gx), N3945 (gx), N3898/3888 (Gx), N3998/3982/3972 (Gx),  N4102 (Gx), N4088/4085 (Gx), N4026 (Gx), N4490/4485 (Gx), M94 (Gx)  
Geniales Frühlingswetter in der Woche nach Ostern bescherte uns im südöstlichen Bayern, bei trockener Luft und milden 4° Grad Temperatur,  drei wolkenlose Nächte am Stück. In diesen drei Nächten habe ich zahlreiche Objekte beobachtet, wobei ich hier nur über eine Handvoll wirklich lohnenswerte Objekte kurz berichten möchte.


Dienstag 06.04.2010:
Am Dienstag gegen 20 Uhr hat mich mein kleiner smart voll beladen und zuverlässig zum Sommerbeobachtungsplatz in den bay. Bergen gefahren. Im Gegensatz zur  Nordseite der Berge, ist die Südseite der Berge bereits vollkommen schneefrei, dementsprechend verfliegen die anfänglichen Befürchtungen, der Almweg zum Beobachtungsplatz könnte verschneit oder vereist sein. Am Beobachtungsplatz angekommen, empfangen einem angenehme 4° Temperatur, einen südtiroler im Exil und eine beeindruckende Abenddämmerung. Die Venus und Merkur dominieren zu diesem Zeitpunkt am Westhimmel.

Der 12 Zoll Reisedobson von Hofheim Instruments ist in ca. 15 Minuten fertig aufgebaut. Die astronomische Dämmerung endet aber erst gegen 21:30 Uhr, sodass noch Zeit da ist für einen Plausch und ein paar Fotos.

Foto: mein Arbeitszimmer


Zurzeit zeigt sich der Sternhimmel der 1. Nachhälfte in Richtung des galaktischen Nordpols, sodass wir einen freien Blick auf ferne Galaxien haben. Nichtsdestotrotz wird zuallererst noch ein kurzer Blick auf den untergehenden Wintersternhimmel geworfen. 

Am Winterhimmel sind nach einigen OC ein Wolf-Rayet-Nebel fällig wie Thors-Helmet (N2359 im MON). Der Nebel ist zwar deutlich aber etwas kontrastarm zu beobachten, da er sich bereits nahe am Horizont befindet. Die beiden „Hörner“ wirken schon etwas flau und kommen nicht so schön deutlich heraus.

Hubble-Variable-Nebula (N2261 im MON) war noch sehr gut zu sehen. Bei mittlerer Vergrößerung war der Nebel recht hell, kontrastreich und detailreich. Hier mein pers. Dank an meinem Mitbeobachter, der das Objekt im Okular hatte.

PN 2371/2372 im GEM, der noch schön weit oben war, lässt sich bei schwacher Vergrößerung in der Gegend bei Kastor und Pollux recht einfach finden. Das Objekt ist leider im Deepsky Reiseatlas (DSRA) nicht erwähnt. Bei schwacher Vergrößerung erkennt man einen kleinen aber lichtstarken Nebel mit der Form einer „8“, bei hoher Vergrößerung erkennt man links und rechts die beiden Aufhellung recht deutlich. Die beiden Aufhellungen tragen jeweils eine eigene Katalogbezeichnung, obwohl es sich um ein einziges Objekt handelt. Für einen PN ist das Aussehen m.E. recht ungewöhnlich, da der PN nicht wie üblich sich als Scheibe (z.B. Juipters Geist oder N1501 im CAM) oder als runder halo (z.B. Eskimonebel) sich zu erkennen gibt. M.E. ein beobachtungswertes Objekt auch für 8 Zoll Geräte. Dunkler Himmel ist nicht unbedingt notwendig. Ich konnte in der Vergangenheit das Objekt bereits bei SQM-L 20,4 mag/sas und 8 Zoll Gerät deutlich erkennen.

Der Intergalatic-Wanderer (N2419), ein Kugelsternhaufen im LYN, etwa 8 grad nördlich von Kastor im GEM, musste in dieser Nacht auch nochmal herhalten. Der Anblick ist ziemlich hell und kontrastreich, jedoch wie gewohnt absolut nicht auflösbar. Im KS ist kein eindeutiger Kern erkennbar. Die Helligkeit verteilt sich gleichmäßig über das gesamte Objekt. Der Intergalactic-Wanderer ist mit 250.000 LJ ziemlich weit von der Erde entfernt. Zum vgl.: die galaktische Scheibe der Milchstraße wird auf ca. 100.000 LJ geschätzt.

Foto: Sternbild Krebs und Zwillinge


Hickson44 Gruppe: diese Galaxiengruppe besteht aus vier Galaxien (N3193, N3190, N3185, 3187). Die Galaxien sind durch ihre Schwerkraft miteinander verbunden. Die Gruppe war relativ einfach zu beobachten. Die vierte Komponente N3187, die schwächere der Gruppe, erwies sich als etwas schwieriger, da diese nicht immer direkt gehalten werden konnte bzw. das Objekt sehr kontrastschwach im Okular schimmerte.

Gegen 23 Uhr gab SQM-L wiederholt Werte um die 21,5 mag/sas. Nach kurzer Zeit war dann auch schon klar, wie es weitergehen würde. Ich nahm mir M51 (Whirlpool-Galaxie) und M101 (Pinwheel-Galaxie) zur Brust. Ich wollte diese beiden Objekte mal etwas genauer beobachten.

M51 zeigte sich ab einer mittlere Vergrößerung von V=115 und höher (13 mm, AP=2,6mm, wGF=0,71°) beinahe fotografisch. Die beiden Spiralarme winden sich um den hellen Kern. Auf den Spiralarmen lassen sich mittig, beinahe durchgehend dunkle Streifen erkennen. Die Armen zeigen an den inneren und äußeren Rändern helle Schattierungen. Die Spiralarme haben eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Fischskelett eines Streifenfischs (italienisch: Latterino). Einer der Spiralarme windet sich um die Galaxie und geht dann über zur schwächeren Komponente N5195. Es lassen sich auch sehr schön die Verdickungen am hellen Kern erkennen, von denen die Spiralarme starten. Ein wirklich beindruckendes visuelles Schauspiel insb. bei mittleren Vergrößerungen (V=100 bis 200). Empfehlenswert sei hier u.a. der Artikel auf S. 28 ff von Matthias Kronenberger in der is69 (April/Mai 2010).

M101 ist in dieser Nacht eine Wucht. Bei SQM-L mit Werten von 21,5mag/sas und einer Vergrößerung von V=167 (9 mm, AP=1,8 und wGF 0,48°) präsentierte sich M101 gegen Mitternacht recht eindrucksvoll. Es lassen sich eindeutig drei Spiralarme erkennen. Leider nur mit Hilfe des indirekten Sehens lassen sich die etwas flächigen Knoten in den armen erkennen. Die Galaxie ist übersät von kleinen stellaren Punkten -teils weiss bis leicht gelblich, wobei mir unklar ist, ob es sich um Vordergrundsterne handelt oder sind dies Bestandteile der Galaxie? Auch hier sehr empfehlenswert u.a. der Artikel auf S. 29 ff von Matthias Juchert in der is69 (April/Mai 2010).

Fast nebensächlich wirken die beiden Nachbargalaxien N5473 (ca. 1,5° nördlich, also unten im Okular) und N5474 (ca. 1,5° südlich von M101). Beide recht klein  und dennoch auffällig. Ich meine in unmittelbarer Umgebung von N5473 (also unten im Okular) auch N5485 und N5422 gesehen zu haben, wobei N5422 eher ein aufblitzen war.

Im Laufe der Nacht wurde wiederholt versucht die Antennen-Galaxien zu beobachten (N4038/4039), jedoch wollten diese nicht so recht kontrastreich aus dem lichtverseuchten Horizont rauskommen. Es blieb bei einem grauen Wattebausch ohne Details oder Aufhellungen. Schade, hatte ich doch die beiden vor einem Jahr im 8er recht kontrastreich im Okular.

Beim großen Wagen (UMa) habe ich noch den Eulennebel (M97) beobachtet. Seine Augen blinzelten einem eindeutig an. Die drei hellen Sterne im Nebel waren mit 12 Zoll Öffnung nicht zu beobachten. Die Nachbargalaxie M108 gab sich auch recht kontrastreich die Ehre.

Als letzte Amtshandlung den Ringnebel in der Leier (M57) beobachtet und gegen 1:30 Uhr zähneknirschend den Weg nach Hause aufgesucht. Der Wecker meldet sich bereits ohne Gnade um sechs Uhr früh…

Foto: Sternbild UMa bzw. der große Wagen -das Fenster zu den Galaxien



Mittwoch 07.04.2010:
Gegen 21 Uhr den Platz mit dem smart erreicht und 15 min. später war der 12er wieder einsatzbereit. Dieses mal war ich alleine, jedoch sollte sich dies im Laufe der Nacht ändern. Gegen 22:30 Uhr tönte durch das Tal ein etwas in die Jahre gekommener Dieselmotor, man meinte fast es wäre ein alter Unimog der zu seiner letzten Fahrt angetreten ist. Zu meiner Überraschung war es Martin, und in seinem PKW-Kombi hatte er seinen 18er Leichtgewicht-Dobson dabei. Eine willkommene Abwechslung! Die Nacht verlief ähnlich wie die vorangegangene, suchen, gucken, staunen.

Foto: erstaunlich was der kleine alles packt...


Die Beobachtungnacht begann wieder im untergehenden Winterhimmel. Der Rosettennebel (N2237, N2238, N2246) wurde mit 32mm Okular und UHC-Filter von Lumicon beobachtet. Der Nebel kam sehr gut und relativ kontrastreich heraus, obwohl das Objekt schon Richtung Horizont unterwegs war. Links oben im Okular (real süd-östlich) war der Nebel besonders gut und ausgeprägt zu sehen. Auf der gegenüber liegenden Seite ist der Nebel auch sehr deutlich zu sehen aber etwas diffuser und nicht so sehr scharf abgegrenzt. Durch den UHC-Filter wurde der Sternhaufen N2244 inmitten des Nebels nicht allzu sehr verdunkelt. Schöner Anblick!

Da der UHC-Filter am 32mm Okular schon angeschraubt war wurde ein kleiner Abstecher bei Abell21 geleistet. Im 32mm Okular mit UHC eindeutig zu erkennen. Indirektes sehen ist nicht erforderlich, die Sichel komm gut hervor, sie befindet sich rechts im Okular (real östlich) jedoch ist das Objekt etwas kontrastarm. Der OIII-Filter von Baader brachte keine Verbesserung, im Gegenteil, der Filter dunkelte sogar das Objekt ab. Ein Blick auf den PN durch Martins 18“ brachte m.E. keinen großen visuellen Unterschied hervor. Durch das Filterrad am 18er konnte ich den PN mit UHC, OIII und Hß beobachten. Visuell empfand ich den PN in Martins 18er mit UHC auch am besten.

Interessant fand ich den vgl. von M51 im 12er und im 18er. Bei mittlerer Vergrößerung (13mm im 18er und 9mm im 12er) geben sich die beiden Teleskope nicht viel, der Anblick im Okular ist in beiden Teleskope ähnlich gut. Bei höherer Vergrößerung lässt der 18er den 12er deutlich hinter sich. Während im 12er das Objekt zunehmend verblasst und an Kontrast verliert, geht es im 18er ungebrochen „rattenscharf“ weiter. Bei Kugelsternhaufen (KS) wird dieses Verhalten noch deutlicher. Übrigens, KS im 18er bei hoher Vergrößerung sind eine Wucht! Ist die Vergrößerung ausreichend hoch, dann meint man mittendrin zu sein, als könnte  man mit der Hand regelrecht nach den Sternen greifen! Wow, das rockt!

N5634 ein Kugelsternhaufen (KS) im Sternbild VIR. Recht einfach zu finden, befindet sich ziemlich genau in Mitte zwischen dem Stern my VIR und iota VIR. Der Kugelsternhaufen präsentiert sich im 13mm Okular recht klein und sehr auffällig hell. Bei hoher Vergrößerung erkennt man das Objekt als KS. Die Sterne im KS sind recht schwierig aufzulösen, ich konnte einige wenige am Rande aufblitzen sehen.

Als nächstes war der Komet 81P/Wild  dran, für  mich eine Erstsichtung.  Der Komet ist sehr leicht zu finden, da nahe am Stern iota Vir. Der Komet hat einen hellen Kern, ein nach außen schwächeren Halo. Ich meine einen schwachen und kurzen Schweif beobachtet zu haben. Bei mittlerer Vergrößerungen (V=115-170) ließ sich der Komet am besten beobachten.

Auf der Suche nach M104, die Sombrerogalaxie, bin ich auf zwei Asterismen gestoßen. Einmal das sog. „Stargate“, drei helle Sterne bilden auffällig ein Dreieck, in diesem Dreieck befindet sich wiederum fast symmetrisch ein weiteres viel kleineres Dreieck. Sieht im Okular ziemlich stark aus! Das Stargate befindet sich etwas südwestlich von M104. Ein weiterer Asterismus ist das sog. „JAWS“ ein schwimmender Haifisch als Sternmuster. Es sind das Maul, die Flosse und der leicht gebogene Schwanz zu erkennen. „JAWS“ befindet sich etwa 1 grad westlich von M104.

M68 war eines der wenigen Messier-Objekte welche mir noch fehlten. Niederkniend am Teleskop war der KS, rechts unterhalb des Sternbilds Rabe, mit ein wenig rumrühren war das Objekt schnell gefunden. Der KS ist recht groß, hell und etwas weniger konzentriert als die anderen KS aus dem Messier-Katalog. Um den KS herum sind einige helle Feldsterne zu sehen.

Um 0:15 wurde eingepackt, danach noch ein kurzer Blick im 18er von Martin auf einen PN (N4361?) im CRV und mit schweren Herzens anschließend nach Hause gefahren. Der Wecker klingel ja wieder um sechs Uhr…


Donnerstag 09.04.2010:
Die heutige Beobachtungsnacht beginnt schon daheim mit einer erfreulichen Überraschung. Es ist nämlich ein Paket aus Hofheim bei mir eingetroffen. Inhalt sind zwei neue Höhenräder und eine Versteifungsstrebe für den 12er Reisedobson. Einen besseren Zeitpunkt für die Zustellung hätte ich mir nicht vorstellen können. Heute Nacht könnte ich somit überprüfen, ob die Verbesserungen für den 12er tatsächlich dem entsprechen was der Hersteller verspricht: weniger Nachschwingungen beim fokussieren.



Eine weitere Überraschung bietet sich am Beobachtungsplatz: Manuel zeigt sich nach vielen Monaten der Abwesenheit „betriebsbereit“ an seinem 12,5 Zoll Dobson. Schön dich wieder am Beobachtungsplatz zu haben!

Nach einem kurzen Plausch mit Manuel, baue ich den 12er mit den neuen Höhenrädern auf. Beim justieren des LPS an Mars bei mittlerer Vergrößerung (9mm, V=167) zeigt sich sofort, dass der Hersteller nicht zuviel versprochen hatte. Im Okular zeigt sich Mars beim fokussieren nahezu ruckelfrei. Kaum zittern oder nachschwingen beim fokussieren. Wow, meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Schon beim Aufbau machte sich bemerkbar, dass beim montieren der Stabilisierungsstange die ganze Spiegelbox inkl. Höhenräder an steife merklich zugenommen hat. Bei Vergrößerung um 300-fach ist das nachschwingen von kurzer Dauer und äußerst sich in einem leichten zittern. Die Schwingungsamplitude hat m.E. signifikant abgenommen. Horizont nahe Beobachtungen gehen auch problemlos. Ich bin beeindruckt!



Zum aufwärmen wurde noch mal der Winterhimmel beobachtet. Neben M38 und M36 wurde der kleine OC N1907 beobachtet.

N1907 befindet sich etwas südlich von M38, es ist ein sehr kleiner, feiner, heller kompakter offener Sternhaufen. Sehr konzentriert. Einzelne sehr kleine feine Sterne sind im Haufen auflösbar.

Unweit davon befindet sich N1931 ein GN und OC im Sternbild AUR. N1931 zeigt sich bei V=300 als kleiner Sternhaufen umgeben von einem Nebel. Der Nebel ist rechts (westlich) deutlich heller und es sind im inneren vier Einzelsternen erkennbar. Sie nehmen die Form einer Raute an. Links (östlich) davon wirkt der Nebel etwas schwächer und diffuser.

Gut gelaunt wegen der technischen Verbesserungen des 12“, widme ich die heutige Nacht meinen Listen mit den vielen noch unbeobachteten Herschel 400 Objekte. Idealerweise befinden sich auf meiner aktuellen Liste viele Objekte im und um den Kasten des großen Wagen (UMa).       

Foto: Blick Richtung geogr. Norden -hier versteckt sich irgendwo die Galaxie IC346, sie wird im Herbst fällig!

 

N4041/4036 ein Galaxienpaar. N4036 wirkt recht klein, elongiert, heller als N4041, der Kern wirkt fast stellar und ist durch einen diffusen halo umgeben. N4041 ist rund mit einem hellen Kern. Im 9 mm Okular (V=167, AP=1,8mm, wGF 0,48°) befinden sich noch beide Galaxien im Gesichtsfeld.

N3945 nicht ganz weit vom Glx-Paar N4041/4036, gibt sich als heller Kern, nicht stellar, diffuser halo,Drei Nächte am Stück: DeepSky in den bay. Voralpen

N3898/3888 ein weiteres Galaxienpaar, dieses mal im Kasten des großen Waagen.
N3898 präsentiert sich als runde Galaxie mit hellen Kern, nicht stellar. N3888 ist die schwächere der beiden und etwas kleiner. Beide Galaxien sind in einem auffälligen Sternmuster eingebettet. Beide sind recht hell und kaum zu übersehen.

Ich befinde mich in der Gegend des Abell 1377 Galaxien Cluster im Ursa Major. N3898 und N3888 sind m.E. keine Mitglieder des Cluster, sondern lediglich Vordergrundobjekte. Der A1377 Cluster ist m.E. außerhalb der Reichweite meines 12er, deshalb mach ich mir nicht die Mühe nach weiteren Objekten beim Stern HIP57477 bzw. SAO28142 zu suchen.

N3998/3982/3972: Nächstes Paar oder besser Triplett sind die Galaxien N3998, N3982 und 3972. Alle drei Galaxien sind im 20mm Okular (V=75, AP=4mm, wGF 1,54°) im Gesichtsfeld zu sehen. N3972 ist dabei die größere der drei Galaxien, jedoch auch die schwächere Komponente. Die Galaxie zeigt sich elongiert. Ein heller Kern ist nicht auszumachen, sie weist eine schwache Flächenhelligkeit, und zeigt sich in einem einheitlichen dunkelgrau. N3998 ist die  hellste Galaxien in der Triade, sie zeigt sich rund mit hellen Kern, nicht stellar und einem diffusen halo. N3982 zeigt sich als runder kleiner Fleck mit einem hellen Zentrum, der nicht stellar ist.

Anschließend wurde noch einige Galaxien vom UMa-Kasten Richtung Jaghunde beobachtet. Im Sternbild CVn wurde noch die Cocoon-Galaxy (N4490 mit Begleiter N4485) und M94 beobachtet. Ein würdiger Abschluss für eine schöne sternklare Nacht.

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