Bericht: 25.04.2010

Praktische Astronomie am „Tag der Astronomie“

Ort: oberbay. Voralpen bei ca. 1100 Höhenmeter,
Datum: 25. April von 3-5 Uhr
SQM-L: 21,30 mag/sas (nach Monduntergang)
Wetter: wolkenlos, trocken, milde 8 grad Cels.
 Ausrüstung: 300/1500, f/5, HI Reiseteleskop
Okulare: 20mm, 13mm, 9mm und 5mm
Filter: OIII Baader, UHC Lumicon
Kommentare: alleine

Objekte: M9 (GC), N6356 (GC), N6342 (GC), N6888 "Crescent-Nebula" (SNR), M8 "Lagunennebel" (GN), M20 "Trifidnebel" (GN), M57 "Ringnebel" (PN), M27 "Gr. Hantelnebel" (PN), N6995/6960/6992 "Cirrusnebel", M71 (GC), M56 (GC), M13 "Great Globular Cluster in Hercules" (GC)
Um kurz vor drei war ich endlich am Platz angekommen. Von Müdigkeit war noch nichts zu merken. In ca. 10 min. hatte ich alles aufgebaut und ich konnte loslegen. Der Mond war schon tief am Horizont, aber wie das beigefügte Bild zeigt, erhellte der Mond noch ziemlich den Himmel, das Milchstraßenband war mit bloßen Auge noch nicht zu sehen, lediglich zu erahnen.




Ich machte mich trotz Mond bei Kugelsternhaufen M9 im Sternbild Schlangenträger ran. Diesen hatte ich bislang noch nicht beobachten können. Ich hatte Ihn letztes Jahr einfach vergessen. Seine beiden Nachbarn N6356 und der wesentlich schwächere KS N6342 wurden auch gleich mitgenommen. Am Himmel war in dieser Zeit ein schöner Meteor zu beobachten der relativ langsam und lang seine Spur im Sternbild Schlangenträger zog. Was für ein spektakel!
 
Kurz vor 4 Uhr wurde es plötzlich deutlich dunkler und die Milchstraße zeigte sich schön am Firmament. Etwa zehn nach vier legte der Himmel nochmal eine Schippe zu. Es wurde richtig dunkel und die Milchstraße zeigte sich sehr deutlich und schön strukturiert. Ein Traumhimmel!




Nun zeigte sich am Horizont mit bloßen Augen der Lagunennebel. Im 20mm Okular mit UHC wurde M8 (Lagunennebel) und M20 (Trifidnebel) beobachtet. Danach ging es weiter im Schwan bei N6888 (Crescentnebel).

NGC6888 wurde mit 20mm und OIII Filter beobachtet Das Objekt füllt das halbe Okular. Es zeigt sich leicht oval, wobei der untere Rand im Okular (norden)  deutlich stärker hervorkommt. Von unten links im Okular zeigt sich der Rand breiter, wird dann nach rechts (westlich) etwas schwächer und dünner. Nahe dem Zentrum zeigt sich ein heller Stern. Links im Nebel selbst sind weitere helle Sterne erkennbar. Das Nebelband im Zentrum –welches auf POSS Fotos den Nebel zu teilen scheint- ist nicht erkennbar.

Da sich der Himmel nicht mehr lange halten wird –es ist nämlich schon halb fünf - wird der Cirrusnebel beobachtet. Ein echtes Spektakel! Der Hantelnebel (M27) im Füchschen zeigt sich auch brüllend hell. Danach ging es rüber zum Ringnebel (M57) hier bis 300fach vergrößert und das Objekt zeigt eine wahre Fülle an Details. Zu viele um diese geordnet zu verarbeiten. Ein erste Vogel singt, die Morgendämmerung ist nicht mehr weit.




Der Himmel reicht aber noch für den Kugelsternhaufen M71 im Sternbild Pfeil und Kugelsternhaufen M56 im Sternbild Leier. Beide Objekte zeigen sich schön aufgelöst und kontrastreich.



Die Morgendämmerung schreitet aber unbarmherzig voran. Ich verharre nun bei M13. M13 zeigt sich weiterhin bei V=167 schön groß, aufgelöst und detailreich. Ich bleibe am Okular kleben bis das Objekt verblasst und nur noch ein kontrastloser Nebelfleck übrigbleibt, das war es dann gewesen.



Die Dämmerung ist schon sehr weit fortgeschritten. Es ware eine Beobachtungsnacht von kurzer Dauer, es hat sich aber gelohnt! Es wird gepackt und auf dem Weg nach Hause noch das Mangfalltal mit Bodennebel fotografiert. Au revoir mon ciel nocturne!



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