Bericht: 17.04.2010

Vier Zeichnungen und Beobachtungen aus April 2010

Ort: oberbay. Voralpen bei ca. 1100 Höhenmeter,
Datum: 17. April von 21 Uhr bis 3 Uhr morgens
SQM-L: 21,30 bis 21,6 mag/sas
Wetter: wolkenlos, trocken, gelegentliche Windböen, seeing mäßig bis gut,
Ausrüstung: 300/1500, f/5, HI Reiseteleskop
Okulare: 20mm, 13mm, 9mm, 7mm und 5mm
Kommentare: vier Mitbeobachter dabei (Manuel, Friedl, Uwe, Martin B.)

Objekte: N1931 (BN), N2964/2964/2970 (Glx), N3953/N3738 (Glx), N3651 (Glx),
N3718/3729/UGC6527 (Glx), M64 (Blackeye-Galaxie), N2950 (Glx), N4565 (Needle-Galaxie), N4153 (GC), N5053 (GC), M53 (GC)
Aus den vergangen Nächte habe ich ein paar Zeichnungen erstellt, die ich hier gerne vorstellen möchte.

Für die Objektdaten diente als Quelle NGC/IC Project und Messier45.com.
Die Daten sollen eher als Orientierung dienen und wurden deshalb von mir nicht auf Ihre Richtigkeit überprüft.

N1931, BN, AUR  (mag 10,1 -, FH  13,7, Größe: 6‘ x 6‘)
N1931, auch bekannt unter Sh2-237, Cr68 oder Stock9, ist ein Emissionsnebel und zugleich ein offener Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann. Auf den Nebel bin ich eher zufällig im März 2010 beim abarbeiten der Herschel400 Liste gestoßen. Seit meiner Erstbeobachtung im März 2010 mit einem 8 Zoll Dobson und unter mäßigen Himmel (SQM-L 20,6 mag/sas) , konnte ich mittlerweile das Objekt schon mind. 3x intensiv beobachtet. Irgendwie fasziniert mich dieses kleiner Nebel.
Wilhelm Herschel entdeckte dieses Objekt im Jahre 1793 mit seinem 18 Zoll Reflektor.
N1931 besteht aus zwei Komponenten, einen offenen Sternhaufen im inneren des Nebels, und einen Emissionsnebel. Mit 12 Zoll lassen sich im OC vier Sterne beobachten und trennen,  Das Objekt befindet zwischen M38 und M36 im AUR. Bei schwacher Vergrößerung ist ein kleines leichtes leuchten ersichtlich. Bei hoher Vergrößerung (z.B. V=300) ist ein auffälliges rundes/ovales leuchten zu sehen. Im Zentrum ist der Nebel deutlich heller und es sind drei Sterne sichtbar, bei guten Seeing sogar eindeutig vier, diese sind als Trapez angeordnet. Nach außen hin wirkt der Nebel diffus und schwächer. Im 5mm Okular wirkt der Nebel weiterhin etwas klein ist aber deutlich erkennbar. Durch indirektes sehen nimmt der Emissionsnebel deutlich an Größe zu. Das Objekt ist im DeepSky Reiseatlas (DSRA) eingezeichnet, aber die Aufsuchkarte ist m.E. etwas zu ungenau. Es lohnt sich ggf. eine alternative Karte auszudrucken bzw. sich mit dem Objekt am Sternhimmel vertraut zu machen, da es bei schwacher Vergrößerung schnell übersehen werden kann.

Anbei die Zeichnung:


N3898, Glx, UMa (mag 10,8, FH 13,2, Größe 4,4‘ x 2,6‘)
N3888, Glx, Uma (mag 12,6, FH 13,4, Größe 1,9’ x 1,4’)

N3898 / 3888 ist ein Galaxienpaar im Sternbild Großer Wagen  und lässt sich im Kasten beobachten.
N3898 befindet sich auf der Herschel400 Liste. Das Duo wurde durch Wilhelm Herschel im Jahre 1789 mit 18 Zoll Reflektor entdeckt. Besonderes gibt es über dieses Duo nicht zu berichten. Beide Galaxien befinden sich nicht in Wechselwirkung miteinander. Beide Galaxien sind auch nicht Mitglieder der Abell 1377 Gruppe -Galaxien Cluster im Ursa Major I -.Der Cluster befindet  sich in unmittelbarer Nähe.  Die beiden Galaxien sind aber nur Vordergrundobjekte.
N3898 präsentiert sich als runde Galaxie mit hellen Kern, nicht stellar. N3888 ist die schwächere der beiden und etwas kleiner. Beide Galaxien sind in einem auffälligen Sternmuster eingebettet. Beide sind recht hell und kaum zu übersehen.  Das Sternmuster inspirierte mich die Objekte zu zeichnen. Bei genauem Hinsehen lassen sich im Okular bei höherer Vergrößerung und dunklen Himmel auch noch ein paar mehr Galaxien beobachten. Es wäre m.E. nicht verkehrt einen 60’x60‘ POSS-Ausdruck  dabei zu haben. Die beiden Galaxien sind m.E. ein wenig stellvertretend für die zahlreichen Galaxien im Großen Wagen. Sehr viele davon sind durchaus in Reichweite kleine bis mittlere Teleskope. Dieser Artikel von Mathias Juchert sei hierzu empfohlen.

Anbei die Zeichnung:



N4102, Glx, UMa, (mag 11,8, FH 13,5, Größe 3,2‘ x 1,9‘)
N4102 ist eine Galaxie mit einen sog.  “aktiven galaktischen Kern“ (AGN) . Das Objekt ist auch Teil der Herschel400 Liste und befindet sich etwas außerhalb des Kastens in UMa. Die Galaxie präsentiert sich im 12er visuell mit hellen Kern, nicht stellar, elongiert, zwei Sterne östlich der Galaxie und einer westlich sehr dicht an der Galaxie. N4102 befindet sich etwa 3,5 grad südwestlich von M109. Zum aufsuchen von N4102 sollte eine einfache Aufsuchkarte ausreichen.
 Wie sollte es anders sein, die Galaxie wurde erstmalig von Wilhelm Herschel 1789 mit einem 18 Zoll Reflektor beobachtet.

Anbei eine Zeichnung:



N2964 Glx, UMa, (mag 11,3, FH 12,8- Größe 3,0‘ x 1,7‘)
N2968 Glx, UMa, (mag 13,1, FH 14,1- Größe 2,2‘ x 1,5‘)
N2970 Glx, UMa, (mag 14,7, FH 14,3- Größe 1,0‘ x 0,9‘)
Diese Triplett befindet sich oberhalb des Kopfes des Löwen. N2964 ist ein Objekt der Herschel400 Liste, die beiden anderen Galaxien nicht.  N2964 ist die größere und hellere der drei Galaxien N2964 stellt sich mit einem nicht stellaren hellen Kern und einem schwachen Halo dar. N2968 liegt etwas südlicher (im Okular also tiefer), und ist etwas kleiner. N2964 hat einen stellaren Kern und ist von einem schwachen Halo umgeben. N2970 ist unterhalb von 2968 und bildet mit zwei schwachen Sternen fast ein gleichschenkliges Dreieck. N2970 ist die schwierigste von den dreien im 12er, und ist als sehr schwaches leuchten wahrzunehmen. Durch indirektes sehen ist N2970 eindeutig als Galaxie erkennbar und nicht als Stern zu verwechseln. N2964 und N2968 wurden 1785 durch Wilhelm Herschel entdeckt. N2970 erst 1828 durch seinen Sohn John.

Zeichnung:


Fenster schließen