Bericht vom 26.12.2009

Astronomische Beobachtungen aus Bad Aibling

Ort: Bad Aibling, Oberbayern,
Beginn: 26.12.2009 ca. 21:15
Ende: 26.12.2009 ca 23.15
Wetter: klar, trocken, -2 C°, einige Zirren
Grenzgröße: ca. 5,0 mag, Halbmond
Ausrüstung: 200/1500, f/6, GSO-Dobson
Okulare: 32 mm, 13mm, 7mm und 5mmund 3,5 mm
Filter Polarisation (Orion)
Kommentare: im heimischen Garten bei Halbmond

Objekte: Mond, NGC 1647, 1746, 1817, 1807, 1907, 1893 (alles offene Sternhaufen)
Die Umstände:
Bei klaren und transparenten Himmel konnte ich das teuer erkaufte Material für astronomische Beobachtungen nicht einfach im Wohnzimmer ungenutzt liegen lassen. Ich entschloss mich kurzfristig den klaren Himmel für Mondbeobachtungen mit meinen 8 Zoll Dobson zu nutzen.

Der Mond:
mit 13 mm (V=115) habe ich mich mit einer kleinen Mondkarte (Moonscout, Oculum Verlag, EUR 9,95) versucht zurecht zu finden. Nach ein wenig Zeit konnte ich folgende Objekte nahe am Terminator (ca. 9. Nacht nach Neumond) sicher beobachten:

Gebirge: Apennin, Alpen und Kaukasus

Krater: Plato, Aristoteles, Eudoxus, Archimedes, Eratosthenes, Copernicus, Tycho und Clavius

Meere: der Heiterkeit, der Ruhe, der Fruchtbarkeit, der Gefahren, der Dünste und Nektarmeer.

Es ist schon beindruckend, wie sich der Mond im Teleskop darstellt. Aufgrund des guten Seeing konnte ich mit dem 3,5mm Okular auf V=340 vergrößern. Nahe am Terminator ließen sich zahlreiche Krater, Berge und Täler beobachten. Im Nachgang stellte sich heraus, dass ich viele kleine Details gar nicht beobachtet habe, wie das Alpental oder der Gesteinsrutsch im Krater Plato. Ein Grund mehr in Zukunft die Mondbeobachtung weiter fortzusetzen.

Deepsky-Objekte:
Da der Orionnebel trotz Halbmond erstaunlich gut und okularfüllend im 32mm Weitwinkelokular ging, entschloss ich mich ein paar Objekte am Winterhimmel zu beobachten. In Anlehnung an mein ehrgeiziges Ziel für 2010 alle „Herschel 400“ (H400) Objekte zu beobachten und zu beschreiben, habe ich mich mal auf der Suche gemacht und ein paar aufgespürt. Es handelt sich hierbei lediglich um offene Sternhaufen.

NGC1647 (OC, TAU) ging relativ einfach und bei schwacher Vergrößerung leicht zu finden und lässt sich eindeutig als Sternhaufen identifizieren. Bei Halbmond sind nicht mehr als eine Handvoll Sterne zu sehen.

NGC1746 (AS, TAU) ist ein Asterismus (Sternmuster) im Sternbild Stier und kein „Herschel 400“ Objekt. Es sind auch hier nur eine Handvoll heller Sterne zu beobachten. Der Halbmond lässt leider nicht vielmehr zu.

NGC 1817 und 1807 (OC, TAU) sind zwei kleine Sternhaufen welche eindeutig als solche zu erkennen sind. Beide Sternhaufen befinden sich weniger als 0,5° grad voneinander entfernt. Der Haufencharakter ist unübersehbar. Wegen des Halbmondes lassen sich auch hier nur eine Handvoll Sterne beobachten. NGC 1817 ist hier der eindeutig größere und hellere Sternhaufen.

NGC 1907 (OC, AUR) befindet sich in unmittelbarer Nähe (weniger als 0,5° grad) von M38 (OC). Erstaunlich, dass mir dieser OC erst jetzt auffällt. Zigmal M38 beobachtet, aber nie auf diesen Sternhaufen aufmerksam geworden. NGC 1907 ist im vgl. zu den vorherigen OC kompakter und heller und mit zahlreichen Sterne versehen.

NGC 1893 (OC, AUR), mein letzter OC für diese Nacht. Der Haufencharakter ist eindeutig zu erkennen. Es sind nur etwas mehr als eine Handvoll Sonnen zu erkennen. Es handelt sich hierbei nicht um ein H400 Objekt.

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