Bericht vom 18.09.2009

Mit dem 12"-Newton Hofheimer ins weite Weltall

Beobachtungszeit: Freitag 18.08.2009, 23:00-3:30
Beobachtungsort: bay. Voralpen, Oberbayern
Himmelqualität: anfangs SQM-L 21,3, später wiederholt 21,45 mag/sas (nicht korrigiert),
Seeing mäßig bis gut, Nebel im Tal somit geringe Exstinktion am Himmel
Instrumente: Hofheim Inst. 12 Zoll Reisedobson (300/1500, f/5)
Okulare: 20, 13, 7, 5 mm und OIII-Filter

Objekte: NGC 6781 (PN), NGC 7332 und 7339 (Glx), NGC 7640 (Glx), NGC 7662 (PN), NGC 520 und 488 (Glx), M 77 (Glx), NGC 1087, NGC 1055, M33, M31, NGC 2024 (Flammennebel)
Nach anfänglichen Zweifeln, ob der Himmel überhaupt noch Wolkenlos werden könnte, habe ich mich doch dazu entschlossen es zumindest mal zu versuchen. Und ich hatte Glück! Schon beim aussteigen aus dem Auto fiel die helle Milchstraße mit Ihren vielen Teilungen regelrecht auf. Durch den Nebel im Tal, war die Dunkelheit nahezu bis zum Horizont gegeben. Ein seltener Anblick selbst in den oberbay. Voralpen. Die Nacht war also vielversprechend. Der Anfang sollte einige PN im Schlangenträger machen, aber diese waren leider schon fast am Horizont verschwunden, sodass ich direkt zu Sternbild Adler bei PN NGC6751 startete.

NGC6781 (PN/AQL)
Der PN ist recht hell, einfach zu finden und lässt hohe Vergrößerungen zu. Mit OIII-Filter lassen sich ansatzweise leichte Strukturen erkennen. Auffällig ist, dass der PN am Rand etwas heller ist als innen und gibt dem PN ein ringförmiges aussehen (jedoch nicht vgl. mit dem Ringnebel M57). Einen zentralen Stern konnte ich trotz langer Beobachtung mit verschiedenen Vergrößerungen nicht erkennen. Der PN ist mit ca. 2‘ Bogenminuten Durchmesser recht groß




NGC7332/7339 (Glx/PEG)
Beide Galaxien im Sternbild PEG stehen recht eng beinander. Beide hell und recht einfach zu finden und direkt zusehen. Beide Galaxienpaare geben im 13mm Okular (V=215) ein eindrucksvolles Bild.

NGC7332 ist hell und befindet sich eindeutig in Kantenlage. Das Zentrum ist hell und stellar. Ein staubband ist nicht zu erkennen. NGC7339 ist etwas schwächer als NGC7339 und besitzt eine längliche Form (elongiert) und ohne helles Zentrum.



NGC7640 (Glx/AND)
Sehr schwache Galaxie, unweit von PN 7662 (blue Snowball), keine helles Zentrum sichtbar, ziemlich groß und länglich und sehr lichtschwach.

NGC520 und NGC 488 (Glx/PSC)
Beide Galaxien befinden sich im Sternbild Fische und sind mit einer guten Sternkarte recht schnell gefunden. NGC520 ist eine irreguläre Galaxie. Das Zentrum ist recht hell und direkt zu sehen, sehr klein und hat keine typische elliptische oder runde Form sondern gibt einen leicht gebogenen Eindruck. NGC 488 ist recht hell, oval und mit hellen Kern. Die Galaxie liegt an einer auffälligen vierer Sternenkette, welche am besten mit großen Gesichtsfeld beobachtet wird, z.B. 13mm Okular bei V=115 und ein wGF von ca. 0,7°.

M77 (Glx/CET)
Die Galaxie ist direkt zu sehen und hat eine runde Form mit einem sehr hellen Kern. Um den Kern herum ist ein heller Schein (halo) ersichtlich. Strukturen, Staubänder oder Spiralarme sind nicht erkennbar. Auf den ersten Blick und bei schwacher Vergrößerung könnte man das Objekt durchaus für einen entfernten Kometen halten. Wenige Grad entfernt, befinden sich weitere helle Galaxien wie NGC1087 und NGC1055, welche ich zwar gesehen aber nicht länger beobachtet habe.

M33 (Glx/Tri)
Die Galaxie war in dieser Nacht besonders struktureich und mit vielen Details zu sehen. Drei Spiralarme waren nicht zu übersehen. NGC604 war als  heller Fleck am Ende eines Spiralarmes.
Mit 13mm, V=115 ist die Galaxie beinahe Okularfüllend. Das Objekt ist mit einigen mehr oder weniger helle Flecken besprenkelt, wahrscheinlich die zahlreichen HII-Regionen in der Galaxie. Mangels ausführlicher Karte, bleiben die Objekte namenlos.

M31 (Glx/And)
Da die Nacht so schön dunkel und transparent ist, werfe ich einen Blick auf die Andromedagalaxie mit hoher Vergrößerung (V=115, V=215 und V=300). Erstaunlich was man an Details zu sehen bekommt. Man kann z.B. die Staubbänder sehr deutlich sehen und an diesen entlang fahren. Auffallend ist der helle Nebelfleck ca. ein Grad (?) vom stellaren Kern der Galaxie. Kugelsternhaufen G1 konnte ich mangels genauer Karte nicht eindeutig identifizieren.

NGC2024 (Flame Nebula) (GN/ORI)
Nahe Stern Almitak befindet sich dieser Emissionsnebel. Sehr groß und okularfüllend mit teilweise scharfen Rand. Die Mitte des Nebels ist durch ein breites schwarzes Band geteilt. Schwache Vergrößerung, dunkler Himmel und große Austrittspupille sind m.E. zwingend erforderlich. Mit OIII Filter war nichts zu sehen.

Zum Abschluss noch M1, M35 mit NGC2158 und M42 beobachtet um dann gegen ca. 4 Uhr morgens einen noch dunklen Himmel zu verlassen. Zusammenfassend eine sehr gelungene Beobachtungnacht bei guten Himmel und milden Temperaturen.

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