Bericht vom 31.08.2009

Montag 31.08.2009

Ort: Sudelfeld, Oberbayern
Zeit: 0:30 bis 5 Uhr
Gerät: Hofheim Instr. 12 Zoll Reisedobson (300/1500)
Okulare: 20, 13, 7 und 5mm
Filter: UHC und OIII von Baader
Grenzgröße: von 2:00 bis 4:00 Uhr SQM-L ca. 21,3 -21,4 mag/sas
Besonderheiten: sehr trocken und kühl

Objekte: NGC7635, M52, NGC281, NGC457, NGC7026, NGC1023, NGC891, Jones1, Mirachs Geist, M1 "Crab Nebula", M35, NGC2158, NGC 1647, NGC1746, Orionnebel, M43
Beim geplanten Monduntergang gegen 1:30 hatte ich bereits das Basislager um 0 Uhr am Beobachtungsplatz fertig aufgeschlagen. Der Spiegel hatte jetzt ausreichend Zeit zum auskühlen. Die 1,1/2 Stunden Wartezeit vergingen recht flott, da man das eine oder andere helle Objekt durchaus beobachten konnte, z.B. Jupiter. Als besonderes Schmankerl kamen trotz Mondbeleuchtung im 10 min. Takt ordentliche Meteoriten zum Vorschein.

NGC 7635 Bubble Nebula (nicht gesehen):
Den Anfang machte der o.g. Nebel, lange gesucht, lange die Augen verbogen und nichts gefunden, obwohl ich die ganze Palette an Okulare (32 bis runter auf 7 mm) mit und ohne Filter (OIII und UHC) abgefahren habe. Ich war mir zu 99% sicher an der richtigen Stelle zu sein, aber dennoch nichts gesehen, dafür zig-male den offenen Sternhaufen M52 gesehen, da dieser immer wieder als Startposition fürs  „Starhopping“ herhalten musste.

M52 (Sternhaufen in CAS):
Der Sternhaufen ist recht auffällig und sternereich. Er ist bereits im 8x50 Sucher als kleiner Nebelfleck zu sehen. Der Haufen ist relativ verdichtet und zusammengefasst im vgl. zu anderen OC. Der Haufen ist rund und links im Okular ist ein kleinerer und weniger sternreicher Haufen fast  isoliert von M52 zu sehen. Alle Sterne sind im 12 Zoll Gerät auflösbar. Der OC macht sich visuell im 20 und 13 mm Okular sehr gut.

NGC 281 Pacman Nebula
Der Nebel im Sternbild CAS ist recht schnell und einfach gefunden. Teile des Nebels sind etwas dunkler als andere Teile des Nebels. Im allg. erscheint mir der Nebel (im UHC und OIII) sehr schwach und diffus. Ränder sind schwer auszumachen. Details oder Strukturen sind kaum zu erkennen. Es befinden sich schwache (Feldsterne?, Hintergrundsterne?) Sterne im Nebel.

NGC457 Owl Cluster
Markante Sternformation, mit zwei helle gelb-orange Sterne. Mit ein wenig Phantasie lässt sich eine Eule erkennen, oder auch ein Alien oder E.T. Der Sternhaufen ist sehr markant, hell und besteht aus einer relativ geringen Anzahl von Sterne. Soweit mir bekannt ist, sind die beiden hellen Sterne (die Augen der Eule oder E.T.) nicht Bestandteil des Sternhaufens, sondern lediglich Vordergrundsterne. Der Sternhaufen lässt sich im 20 mm Okular recht gut beobachten. Schwache Vergrößerung und viel Gesichtsfeld machen sich bei diesem Objekt gut.

NGC7026 (PN im CYG)
Mit dem 13mm Okular ist der PN bereits als runde Scheibe zu erkennen. Im OIII-Filter verrät er sich nochmal, da er ggü. den Feldsternen nicht an Helligkeit verliert. Der Rand ist nicht scharf. Die Helligkeit ist durchgehend homogen. Bei hoher Vergrößerung sind keine weitere Details oder Strukturen zu erkennen, außer das die Scheibe nun etwas „ausgefranzt“ wirkt und der PN nicht mehr als kreisrunde Scheibe auszumachen ist.

NGC1023 (Galaxie im PER)
Wow, was für ein geiles Objekt! Die Galaxie ist recht schnell im Sternbild PER gefunden, weil relativ hell und groß. Es ist im Okular kaum zu übersehen, eine echter Leuchtturm! Die Galaxie erscheint in leicht geöffnete Kantenlage, verlängert und leicht elliptisch. Ein Staubband ist nicht auszumachen. Ein helles Zentrum ist deutlich zu erkennen, der Kern scheint stark kompakt und nicht stellar zu sein. Spiralen und Balken sind nicht zu erkennen. Die Galaxie erstreckt sich im 5 mm Okular (wGF ca. 16‘) bei indirektem
Sehen beinahe von Rand zu Rand. Eine markante Sternkette verläuft entlang einer Seite.

NGC891 (Galaxie im AND)
Die Galaxie befindet sich eindeutig in Kantenlage, der Kern ist leicht kompakt und durch ein markantes dunkles Staubband (*freu* ich habe es gesehen!) in zwei geteilt. Spiralen oder Balken sind nicht auszumachen. So gut wie in diese Nacht hatte ich NGC891 noch nie im Okular. Ich hatte bislang den Eindruck, das NGC891 sehr empfindlich auf aufgehellten Himmel reagiert, wie z.B. M33 (Triangulumgalaxie).

Jones1 (PN im PEG, alias PK104-29.1)
Zum Aufsuchen dieses Objektes hatte ich in den vergangen Tagen mehrere Sternkarten konsultiert. Dementsprechend hatte ich das Objekt auch recht schnell im 20mm Okular (wGF 1,09°, AP 4,0 mm, V=75). Entscheidender Tipp zum Aufsuchen des Objektes ist der OIII-Filter. Hierfür meinen Dank an Uwe Glahn, ohne OIII-Filter ist das auffinden des Objektes, wenn überhaupt, eine reine Glückssache. Der PN ist recht groß und durch seine zwei Nebel dargestellt. Die beiden „Nebelsicheln“ konnte ich aber nur durch indirektes sehen halten. Eine höhere Vergrößerung brachte keine weiteren Details und auch keine Verbesserung der visuellen Wahrnehmung. Ein zentraler Stern ist nicht zu sehen. Durch langes beobachten, konnte ich gelegentlich den Nebel mehrere Sekunden direkt sehen und halten. Es lag bestimmt an die Uhrzeit (3:30) und an die schwindende Konzentration und Geduld, dass meine visuelle Wahrnehmung gerade hier etwas schlapp macht. Eigentlich bin ich ziemlich müde.

NGC404 (Galaxie im AND), Mirachs Geist:
Das auffinden ist sehr leicht; einfach beta-Andromeda aufsuchen und fertig. Das Zentrum der Galaxie ist hell und kompakt. Spiralen, Balken oder Staubbänder sind nicht zu erkennen. Der Galaxienrand ist leicht scharf abgetrennt und dunkelgrau. Die Galaxie NGC404 und der Stern Mirach zusammen im Feld ergeben ein bemerkenswerten Anblick. Mirach wirkt aufgrund seiner Helligkeit störend bei der Beobachtung der Galaxie.

Nach einer kleinen Pause fällt mir auf, dass das Sternbild Stier schon recht weit oben ist und der Orion bereits vollständig aus dem Horizont gekrochen ist.

Zuallererst einen Abstecher in M1 (Crab Nebula), danach zum OC im GEM M35 zusammen mit NGC2158. Danach noch ein paar OCs im Stier beobachtet (NGC 1647 und NGC1746).
Als großes Finale kam dann M42 (Orionnebel) mit und ohne UHC/OIII Filter. Einfach nur grandios und zum ersten mal mit meinem 300mm Spiegelteleskop gesehen. Da war ich erstmal sprachlos.

Mittlerweile ist es 5 Uhr morgens und die Dämmerung macht sich bemerkbar. Also schnell alles eingepackt und nach Hause gefahren.

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