Bericht vom 15.08.2009

Samstag 15.08.2009

Datum: Samstag, 15. August 2009
Ort: Sudelfeld, Oberbayern
Zeit: 22:30 Uhr bis ca. 2:30 Uhr
Gerät: HI 12 Zoll Reisedobson (300/1500)
Okulare: 32, 20, 13, 7, 5 und 3,5 mm
Grenzgröße: > 6,0 mag, um 23:00 Uhr SQM-L ca. 21,3 mag/sas
Besonderheiten: Kuhglockengebimmel und drei Mitspechtler

Objekte: NGC 5985, 5982, 5981, NGC7331, Stephans Quintett, M52, Andromedanebel, Triangulumgalaxie, Cirrusnebel, Ringnebel, Hantelnebel (Dumbbell Nebula), M13, M15, M2, M71, Jupiter, Mirachs Geist
Um ca. 22 Uhr am Platz wurde ich von einer Herde von Kühen begrüßt. Das Gebimmel der Kuhglocken sollte uns dann mehr oder weniger die ganze Nacht begleiten. Um ein Gefühl der Geräuschkulisse zu erhalten anbei ein link. Am besten in einer Endloschleife laufen lassen. Den Einstieg machte fleißig Manuel, indem er neugierigen Einheimischen den Sternenhimmel nahe brachte. Good job, Manuel! Nachdem die Sternentour für Einheimischen vorüber war, begann ich dann gleich dort wo ich die vorangegangen Nacht aufgehört hatte.

Triplett im Drachen: NGC5985, 5982 und 5981
Recht schnell gefunden und alle drei direkt und relativ hell zu sehen. Machen sich wirklich gut im Okular. Eine top Adresse in dieser Ecke. Selbst im 13er noch alle drei im Gesichtsfeld. Alle drei Galaxie mit einer Entfernung von > 100 mio LJ. Interessant an diesen drei Objekte ist Ihre unterschiedliches aussehen.
NGC 5985 als Balkenspirale, leicht gekippt, NGC5982 als elliptische Galaxie zu erkennen, und als kleinste der drei NGC5981 schön in Kantenlage zu sehen.
Nochmals meinen Dank an Hans-Jürgen Merk für dieses visuelles Schmankerl!

NGC7331 und Stephans Quintett:
Danach ging es weiter zum Stephans Quintett. Lange herumgeschaut und wieder nichts gefunden. Dank der Hilfe von Manuel waren diese dann im Okular. Einfach links vom Okular, eine Sternformation als Rechteck folgen, am Ende des Rechteckes ein imaginäres Dreieck bilden, an dessen Spitze ist das Quintett gefunden. Aha, dort versteckt sich das Quintett! Wenn man weiß, wo Sie zu finden sind, dann findet man diese im 12 Zoll Teleskop auch recht schnell. Ein niedlicher Haufen, ich meine sogar 3 oder vier Objekte trennen zu können, oder gar fünf?  Drei waren es definitiv (NGC7318B, NGC318A, NGC7320)  und vielleicht sogar NGC7319. Dank der fotografischen Aufsuchkarte im BB von Heiko konnte ich das gesehene nochmal verifizieren. Ich war zwar erfreut diese schwachen Kerzen gesehen zu haben, aber nicht wirklich glücklich, da ich diese Objekte ohne Unterstützung (=> GOTO „Manuel“) niemals hätte finden können. Nochmals vielen Dank an mein GOTO für diese Nacht.

M52
Zur Abwechslung mal ein helles und leichtes Objekt, und zwar der offene Sternhaufen M52.  Im 13er Okular offenbart der Haufen seine Pracht. Ein wunderschönes Objekt mit vielen kleinen Sternen die unmissverständlich den Haufencharakter wiedergeben. Der gelb-orangene Stern macht sich sehr gut im Haufen.

M31 (Andromedanebel), M32, M110
Im TSWA 32mm (V=47, wGF 1,5 grad) zeigt sich der Nebel so schön wie lange nicht mehr. Die Galaxie erstreckt sich weit über das Gesichtsfeld aus. Das helle Zentrum ist durch einen weißen Punkt in der Mitte recht auffällig. Mir fallen dieses mal deutlich zwei Staubbänder auf. 

M33 Triangulumgalaxie:
Ein alter Bekannter aus meinen ersten Gehversuchen. Die Augen im 8er bei schwachen Himmel und Streulicht solange verbogen bis ein zarter dunkelgrauer Matschfleck auf schwarzen Hintergrund zu sehen war. Dieses mal bei 10 cm mehr Spiegel und einen dunklen Himmel und ohne Streulicht waren die Spiralarme zu erkennen. *freu*

NGC 6992/6995/6960 (Cirrusnebel)
Mal wieder etwas fürs Auge. Das Objekt scheint mit OIII-Filter und 32mm Okular regelrecht im Raum zu schweben. Filigrane Strukturen sind an der Knochenhand und am Sturmvogel zu erkennen. „Pickerings Wisp“ ist auch wieder dabei.

M57 (Ringnebel)
Mit OIII-Filter und einer Vergrößerung >400 versuche ich mich an Details. Das Seeing macht es zu einem Geduldsspiel. Ein Zentralstern ist nicht auszumachen, geht m.E. mit einem 12er gar nicht, oder doch?

M27 (Hantelnebel)
Bei V=300 und OIII-Filter sehe ich eine Fülle von Details, bei längeren betrachten kommen immer wieder neue Details zum Vorschein. Mit einer Größe von 8x4 Bogenminuten ein recht große Brocken im vgl. zu anderen PN.

M13, M15, M2, M71
Zur Abwechslung ein paar Kugelsternhaufen beobachtet. Alle genannten schon mehrmals beobachtet und immer wieder faszinierend. Skizze zu KS M71 (jedoch vom 28.08.2009)

PK 104-29.1 (Jones1) –nicht gesehen-
Diesen PN ist eine echte Herausforderung für einen 12er und soll meine nächste Aufgabe werden. Ich versuche mein Glück und werde natürlich nicht fündig. Die Karte aus dem DeepSky Reiseatlas (DSRA) reicht hierfür nicht wirklich. Bei der nächsten guten Gelegenheit (=guter Himmel) werde ich mit Karten der URANOMETRIA (S. 124, alte Ausgabe) und mit Bilder aus dem DSS dem Objekt auf die Spur kommen. Mal sehen ob ich diesesmal die Prüfung bestehe.

Der Mond ist mittlerweile über dem Berg. Zusammen mit Manuel werden noch ein paar Objekte aufs Korn genommen.

Jupiter
Die Staubbänder sind schön zu sehen. Das Seeing lässt auch längere (wenige Sekunden) knackscharfe Beobachtungen bei hoher Vergrößerung zu. Auffallend sind gegen zwei Uhr morgens die nahe Begegnung zweier gal. Monde. In der nächsten Stunde lässt sich das Auseinanderdriften der Monde sehr schön beobachten. Ich zitiere Manuel: „Das ist Himmelsmechanik live.“

NGC404 (Mirachs Geist)
 Ein exzellentes und einfaches Objekt. Die Komposition im Okular mit der Galaxie nahe am hellen Stern beta Andromeda hat schon etwas Ästhetisches. An dieser Stelle ein Dankeschön an Manuel für den Tipp. Nicht unerwähnt sollte die Tatsache bleiben, dass ich mich bei der Aufsuche ordentlich verfahren habe. Tsk, tsk, tsk, dem Manuel sei Dank, dass er mich wieder an die Hand genommen hat. Ich werde langsam müde.

Mittlerweile ist es schon 2:30 Uhr. Zufrieden packe ich ein. Es war eine schöne Nacht in geselliger Runde mit Menschen und Kühe. Als ich den Bericht hier schreibe bin ich mal wieder überrascht wie viele Objekte ich wieder recht ausgiebig betrachtet habe. Es waren in dieser Nacht sicherlich mehr als die oben erwähnten. Nachdem alle weg waren bin ich doch noch geblieben und starrte noch auf die verblassende Milchstraße. Wunderschön ist es hier draußen in der Nacht.

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