Bericht vom 11.04.2009

Samstag 11.04.2009

Samstag 11.04.2009 von 21 Uhr bis ca. 23:00
Beobachtungsort: Hundham (bei  Fischbachau in Oberbayern), ca. 800 Höhenmeter
Gerät: GSO 8 Zoll Dobson (f/6)
Wetter: 8°C, klar bei leichten Wind aus OSO, Seeing eher mittelmäßig (3)
SQM-L Messwert :  20.9 (21:30), 21,3 (22:00), 20,8 (22:40), nach 23 Uhr  <20

Objekte:  M1, M51, M63, M94, M64, M3, M13, Upgren1,  NGC4490, 4484, 4449, 4631, 4627, 4656, 4889, 4757, 6229, Saturn
Das anhaltende Hochdruckwetter über Bayern und das hervorragende Seeing der letzten Nächte bei meinen Saturn Beobachtungen, veranlasste mich am Samstag mal spontan in die Berge zu fahren um zu sehen, ob da noch vor Mondaufgang Deep-Sky mäßig schon was geht...
Am Beobachtungsplatz  gegen 21 Uhr angekommen, habe ich noch die laufende astronomische Dämmerung zur Auskühlung meines Tubus genutzt. Es ist meine erste schneefreie Beobachtung auf freien Feld. Man merkt nun die Dunkelheit die einem umgibt.  Erste Blicke zum Sternenhimmel schnüren Hoffnungen auf eine gute Nacht, aber viel Zeit bleibt nicht, da bereits kurz vor 23 Uhr der Mond aufgehen wird. Um 21:30 ist der Tubus noch nicht ausgekühlt, mein erster Testblick mit dem 5 mm Nagler läßt den Doppelstern Castor nur schwer trennen .  Außerdem zeigen sich die Sterne ziemlich verschmiert. Selbst das Trapez im Orionnebel erscheint noch matschig.
Der Polarstern zappelt auch ziemlich unruhig im Okular, das Seeing scheint nur mäßig zu sein.
Die vorletzte Nacht konnte ich Saturn mit den 5mm Nagler (x240) wie eingemeißelt im Okular betrachten. Ich habe mich dabei etwas geärgert, dass ich keine höhere Vergrößerung besitze. Schade! Ich habe das 20mm Nagler Okular ausgepackt und mal testweise ein paar bekannte Objekte angefahren. Der Orionnebel gleicht zuallererst, da dieser noch ca. 20grad oberhalb des Horizont steht, danach die offenen Sternhaufen (OC) M35, M36, M37 und 38. M1 (Crab-Nebula) erscheint nur als schwacher grauer Fleck, wahrscheinlich schon zu nahe am Horizont. Nun rächt sich die Tatsache, dass ich unvorbereitet in diese Nacht gestartet bin. Ich weiss nicht so recht wo ich anfangen soll. Also packe ich den Deep-Sky-Reiseatlas aus und beginne bei UMA, da dieses Sternbild gerade so schön steht und die Gegend mir pers. ziemlich dunkel vorkommt.
Ich beginne gleich mit M81 und M82 und dort verweile ich auch eine Weile, weil die Objekte so großartig sind. Es geht dann weiter zu M51 (Strudelgalaxie), M63 (Sunflower Galaxie), M94 und NGC 4490/4485. Bei M51 war ich etwas überrascht, da ich zwei so helle und eng stehende Galaxien nicht erwartet hatte. Es scheint  als würden sie sich aneinander winden. Einfach nur prachtvoll! Anschließend geht es weiter mit NGC 4449, den OC Upgren1, NGC 4631/4627/4656, NGC 4559, NGC 4889, NGC 4757 und M64. -Waidmannsheil! Zwei Jägerschüsse sind aus den umliegenden Bergen zu vernehmen. Ich mache erst mal eine kleine Pause.
Ein erneuten Blick an den DS Castor offenbart, dass der Tubus gut ausgekühlt ist. Beide Sterne sind gut mit dunklen Zwischenraum zu trennen. Mittlerweile ist es schon nach 22 Uhr. Der Himmel scheint etwas dunkler geworden zu sein. Laut SQM-L ca. 21,3 als niedrigster Messwert von mehreren.  Eigentlich bin ich froh dass in einer  3/4 Stunde der Mond dieser Nacht einen Ende geben wird, da ich ziemlich müde bin.
Eigentlich wollte ich mir jetzt den Virgohaufen vornehmen, aber dafür reicht m.E. die Zeit nicht mehr, außerdem bin ich nicht mehr so konzentriert wie vorhin. Ich fliege mit dem Okular ein paar mal durch den Virgohaufen hin und her und sehe eine Galaxie nach der anderen, leider für mich alles noch namenslose Objekte.
Im SO kündigt sich hinter dem Horizont  schon der Mond an, es wird  über dem Horizont im SO schon recht hell. Ich entscheide mich die verbleibende halbe Stunde Kugelsternhaufen (KS) zu beobachten. Ich beginne bei  M53 und gehe weiter zu  M3, M13, M92 und NGC6229.
Es ist mittlerweile kurz vor 23 Uhr. Aus Südost steigt die Helligkeit immer mehr an. Laut SQM-L misst der Himmel gerade noch 20. Das Sternbild Virgo ist mittlerweile kaum mehr zu erkennen. Der Bienenstock M44, der vorhin mit bloßem Auge noch als heller Nebel wahrgenommen wurde, verblasst immer mehr. M44 blinzelt nur noch indirekt hell auf. Ein letzter Blick mit den 5mm Nagler auf den Eskimo-Nebel und mit dem 8x50 Sucher zu M44 beendet diese Beobachtungsnacht. Ich entscheide mich  einzupacken.  Als ich um 23:15 losfahren wollte, erstrahlte das Mondlicht vollkommen die Landschaft.  Eine Taschenlampe ist nicht mehr notwendig. Es war eine recht gute Nacht. Mal wieder einiges gesehen und dabei gestaunt.  Ich freue mich schon auf die nächste Beobachtungsnacht.

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