Bericht vom 21.03.2009

Samstag 21.03.2009

Beobachtungsort: Hundham, Höhe ca. 800 m
Himmel laut SQM-L : 21,3 entspricht ca. mag 6,4, später laut SQM-L 21,5
Seeing war mäßig, Temp. -8 mit einer frischen Brise aus Südost
Gerätschaft: 8 Zoll dobson, 8x10 Sucher, Leuchtpunktsucher, mehrere Okulare u.a.
20mm, 13 mm und 5 mm von Televeu vom Typ Nagler.
Beobachtet habe ich von ca. 22:00 bis 2:15.

Objekte: Orionnebel, Eskimonebel, M78, M35, M37, M36, M38, M44, M67, M80, M4, Saturn
Nachdem der ganze Tag bei uns in Oberbayern eher bedeckt verlief, klarte es gegen 18 Uhr auf. Ich entschloss gegen 20 Uhr, nachdem ich mehrere Wetterseiten im Internet konsultierte, dass es sich heute lohnen würde eine längere Beobachtungsnacht im freien Feld zu wagen. Also schnell  den Tubus zum vorkühlen in den Garten gestellt und anschließend alles zusammengesucht und in meinen smart fortwo cabrio cdi eingepackt.

Am Beobachtungsort angekommen habe ich zuallererst eine geschlossene Schneedecke vorgefunden und Temperaturen um -7 grad. Teleskop schnell aufgebaut und anschließend erst mal den Himmel begutachtet. Sieht einfach geil aus! Mit SQM-L mehrere Messungen vorgenommen und der Wert von 21,3 lässt auf freie Sicht hoffen! Durch die geschlossene Schneedecke hat man das Gefühl das es nicht richtig dunkel ist. Ringsherum sieht man sehr gut die Konturen der umliegenden Hügel und Bergen, alle irgendwo zwischen 1000 und 1800 Meter hoch. Die Berge in der Umgebung grenzen aber m.E.  nicht den Himmel ein. Ich habe 360 grad freie Sicht um mich herum.

Zuallererst habe ich mir Saturn im 5 mm Okular angeschaut. Toller Anblick. Zittert leicht im Okular, dass Seeing ist somit für mich nur mittelmäßig bis gut einzustufen. Außerdem weht eine leichte Brise, welche mir  ständig Tränen in den Augen verursacht. Schnell geht es weiter zum DS Kastor im GEM. Meine erster Kollimationstest in jeder Beobachtungstest. Kann ich diese Sterne scharf trennen, dann passt i.d.R. die Justage und das Seeing. Nochmal kurz den Polarstern ins Okular, ein paar mal den OAZ hoch und runter gefahren, sieht gut, alles schön zentrisch. Der äußerste Beugungsring zappelt ordentlich, gelegentlich deformiert sich der Ring zu einem Ei oder scheint zu platzen. Aber er fängt sich immer wieder und bleibt längere Zeit rund. Ob dies durch die Luftverwirbelungen im Tubusinneren liegt?  Egal, weiter geht’s. Der Orionnebel steht noch schön über den Horizont, also mal schnell rein, diesesmal umgekehrt als üblich, erst mit hoher Vergrößerung (x240) und anschließend bis auf x60 reduziert mit dem 20mm –Nagler. Wow!  Trotz großem Gesichtsfeld im 20mm Nagler, erstrecken sich die Nebelarme weit über das Gesichtsfeld raus. So,  jetzt fliegt mir gerade ein Punkt durch das Okular. Ein Satellit? Die ISS? Durch stetiges nachführen kann ich das Objekt leicht verfolgen. Es lässt sich aber nichts erkennen außer ein kleiner heller Punkt. Eine 60-fache Vergrößerung ist wohl zu schwach. Schade!

Als nächstes gehe ich auf die Suche von M78. Bislang war ich mir nie sicher, das Objekt wirklich gesichtet zu haben. Ich sehe heute im Okular zwei helle Sterne und ein schwacher Nebel drumherum. Laut Karkoschka und Deep-Sky Reiseatlas müsste ich eigentlich an der richtigen Stelle sein…

Nun mache ich es mir bequem. Den DS-Reiseatlas (DSRA) auf dem Schos beginne ich bei Seite 10 mit den Eskimonebel. Der zentrale Stern ist bei x240 direkt sehbar. Es geht weiter zu den offenen Sternhaufen M35 und M37, M36 und M38 im Fuhrmann. Ich merke schon ich fahre ohne Karte wieder eine alte Ölspur. Also rüber zum Löwe um die hellsten Galaxien beobachten. Auf dem Weg dahin wird ein kleiner Zwischenstopp im Krebs gehalten, M44 (Bienenstock, Praesepe) und M67.

Schöner Abschluss der Beobachtungsnacht waren die KS M80 und M4 im SCO. Als diese gegen ca. 2:00 über einem nahegelegen Hügel/Berg zum Vorschein kamen.

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